Kretschmer, Waffenstillstand

Kretschmer will nach Waffenstillstand Energie aus Russland

16.11.2025 - 17:19:32

Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer plĂ€diert dafĂŒr, nach einem möglichen Ende der KĂ€mpfe in der Ukraine wieder Energie aus Russland zu beziehen.

"Unser Interesse muss sein, nach einem Waffenstillstand wieder in Energielieferungen aus Russland einzutreten", sagte der CDU-Politiker der Funke-Mediengruppe. "Russland muss perspektivisch wieder Handelspartner sein - ohne dass wir in eine neue AbhÀngigkeit kommen." Wirtschaftsbeziehungen erhöhten auch die Sicherheit Deutschlands.

Kretschmer hat sich wiederholt fĂŒr eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach dem Krieg ausgesprochen - und dafĂŒr Kritik auch aus den eigenen Reihen geerntet. Wegen Russlands Krieg gegen das Nachbarland Ukraine sind mehrere westliche Sanktionen gegen Moskau verhĂ€ngt worden.

Reaktion aus dem Kreml

Russland bezeichnet seinen Krieg gegen die Ukraine als militÀrische Spezialoperation. Die darauf folgenden westlichen Sanktionen hat Kremlchef Wladimir Putin hingegen als Wirtschaftskrieg kritisiert. Er verwies mehrfach darauf, dass darunter vor allem Europa leide. Die eigene Wirtschaft werde zwar auch getroffen, sie werde aber zunehmend unabhÀngig.

Kretschmer sagte nun: "Wir mĂŒssen die Sanktionen gegen Russland auch aus dem eigenen ökonomischen Interesse betrachten." Die Energiepolitik in Deutschland fĂŒhre zu Deindustrialisierung.

Auf die Frage, ob er sich nicht von dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin bedroht fĂŒhle, antwortete Kretschmer: "Russland hat ein anderes Land angegriffen. Daher mĂŒssen wir uns verteidigungsfĂ€hig aufstellen." Das gelinge nur, wenn Deutschland wirtschaftlich stark sei.

@ dpa.de