Fuchs senkt Prognosen - US-Zollpolitik belastet
16.07.2025 - 10:20:26Die Nachfrage sei unter anderem aufgrund des Zollstreits mit den USA weiter zurĂŒckhaltend, teilte der MDaxDE0008467416-Konzern am Dienstagabend ĂŒberraschend in Mannheim mit. Zudem dĂŒrfte die Konjunktur auch in der zweiten JahreshĂ€lfte schwach bleiben. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie brach am Mittwoch im frĂŒhen Handel um mehr als 15 Prozent ein. Zuletzt waren sie mit einem Minus von noch rund 13,5 Prozent auf 40,90 Euro abgeschlagenes Schlusslicht im MDax DE0008467416.
FĂŒr das Gesamtjahr 2025 rechnet das Fuchs-Management nun mit einem Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Vorjahresniveau. Bisher hatten die Mannheimer ein Umsatzplus auf rund 3,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5) und einen Zuwachs beim operativen Ergebnis auf rund 460 Millionen Euro (Vorjahr: 434) im Visier. Am Markt wurden laut Unternehmen im Schnitt zuletzt Erlöse von 3,66 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 459 Millionen Euro erwartet.
Mit seinem vorsichtigeren Ausblick auf das laufende Jahr folgt Fuchs anderen aus der Branche. So stutzten BASF DE000BASF111, der inzwischen mehrheitlich dem Ălkonzern Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörende Kunststoffkonzern Covestro DE0006062144 sowie der ChemikalienhĂ€ndler Brenntag DE000A1DAHH0 bereits am Freitag wegen einer anhaltenden NachfrageschwĂ€che ihre Jahresziele. Die im Dax DE0008469008 notierten Ludwigshafener von BASF fĂŒhrten dies vor allem auf die Zollpolitik des US-PrĂ€sidenten Donald Trump und die daraus resultierenden Unsicherheiten am Markt zurĂŒck.
Im ersten Halbjahr konnte Fuchs zwar seinen Umsatz laut vorlĂ€ufigen Zahlen im Jahresvergleich zwar um gut zwei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro erhöhen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern schrumpfte aber um gut vier Prozent auf 209 Millionen Euro. Der entsprechende Wert fĂŒr das zweite Quartal habe dabei mit 101 Millionen deutlich unter den Erwartungen der Analysten gelegen, hieĂ es weiter. Das Unternehmen will am 31. Juli die detaillierten Zahlen fĂŒr das erste Halbjahr vorlegen.
Analyst Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies zeigte sich in einer ersten Reaktion enttĂ€uscht mit Blick auf die aktuellen GeschĂ€ftszahlen von Fuchs - vor allem nach den jĂŒngsten AuftrĂ€gen. LĂ€ngerfristig blickt er allerdings weiter positiv auf den Konzern und verweist auf die mittelfristigen Perspektiven sowie eine erwartet solide Erwirtschaftung von Barmitteln angesichts begrenzter Investitionsnotwendigkeiten in den kommenden Jahren.
FĂŒr den Mannheimer Schmierstoffhersteller, der rund 6.800 Mitarbeiter beschĂ€ftigt, ist vor allem die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie wichtig. Fuchs macht rund 30 Prozent des Umsatzes mit diesen Bereichen. Der Umbruch vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor fĂŒhrt deshalb auch bei Fuchs zu VerĂ€nderungen. Daneben hat der Konzern auch Kunden aus Bereichen wie Maschinenbau, Metallverarbeitung, Bergbau, Luft- und Raumfahrt sowie Land- und Forstwirtschaft.

