Schwedischer Verteidigungsminister: Wappnen fĂŒr Kriegszeiten
23.09.2025 - 10:05:11"Wir mĂŒssen eine neue europĂ€ische Geisteshaltung annehmen - vom Mindset des Friedens hin zur Bereitschaft in Kriegszeiten", sagte Jonson in Berlin vor einem spĂ€ter geplanten Treffen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Russland rĂŒste massiv auf, werde militĂ€risch stĂ€rker ("more lethal") und mache groĂe Fortschritte bei weitreichenden Waffen und elektronischer KriegsfĂŒhrung.
Jonson warnte davor, dass Entwicklungen in der Nato nicht ĂŒberall in die gleiche Richtung gehen. "Wir sprechen bei den Investitionen in Verteidigung innerhalb der Allianz ĂŒber DiversitĂ€t. Das ist nicht gut. Ich möchte keine Fragmentierung bei den Verteidigungsinvestitionen sehen", warnte Jonson. "Wir sehen auch, dass weniger und weniger VerbĂŒndete die Last der finanziellen Hilfe fĂŒr die Ulraine-Hilfe schultern."
Die Ukraine als Schild - oder auch als Schwert - gegen Moskau
Er warb wĂ€hrend der GesprĂ€chsrunde in der Konrad-Adenauer-Stiftung um verstĂ€rkte RĂŒstungskooperation mit Deutschland. Regierungen mĂŒssten Standardisierungen vorantreiben und mit langfristigen VertrĂ€gen arbeiten. "Ich möchte, dass wir die BĂŒrokratie aggressiv angreifen", sagte Jonson, dessen Land im vergangenen Jahr der Nato beigetreten war.
Er sprach von vier verbindenden Punkte zwischen Schweden und Deutschland. Beiden Staaten hĂ€tten nun Verteidigungsausgaben, die historisch hoch seien, allerdings nach langer Unterfinanzierung. Zudem stĂŒnden sie mit dem Ukraine-Krieg und der russischen Bedrohung im Ostsee-Raum vor denselben Herausforderungen.
Er plĂ€dierte dafĂŒr, FĂ€higkeiten und Potenziale der RĂŒstungsindustrien beider Staaten und das BemĂŒhen um Produktionssteigerung im Verbund anzugehen. Wichtig sei auch, dass Deutschland und Schweden das gleiche VerstĂ€ndnis der Lage im Ukraine-Krieg hĂ€tten. Jonson sagte: "Wir sehen die Ukraine als Schild - oder auch als Schwert, wenn Sie so wollen - gegen eine russische militĂ€rische Expansion."

