Schweizer, HörgerÀtekonzern

Schweizer HörgerÀtekonzern Sonova trennt sich wieder von Sennheiser-GeschÀft

23.03.2026 - 11:30:00 | dpa.de

Der Schweizer HörgerĂ€teanbieter Sonova konzentriert sich auf sein KerngeschĂ€ft mit HörgerĂ€ten und Cochlea-Implantaten und will das AudiogeschĂ€ft fĂŒr Endkunden verkaufen.

Zu diesem gehören auch die AktivitĂ€ten der Firma Sennheiser, die gerade erst vor vier Jahren ĂŒbernommen wurde.

Sonova wolle sich klarer ausrichten, teilte der Konzern aus dem schweizerischen StÀfa am Montag mit. Denn VertriebskanÀle, Nachfragedynamiken und Entwicklungszyklen unterschieden sich von jenen des KerngeschÀfts. Das Consumer-Hearing-GeschÀft funktioniert anders als das HörgerÀtegeschÀft.

Der zum Verkauf ausgeschriebene Bereich operiert unter der Marke Sennheiser und ist im Grunde die Konsum-Elektronik-Sparte des Konzerns. Sie beinhaltet also alles, was sich nicht direkt an Patienten mit Hörlösungen, sondern an normale Endkunden richtet.

Kopfhörer und "Einstiegs-Hörhilfen"

Die Sparte umfasst Audio-Produkte wie Kopfhörer, True-Wireless-Earbuds, Audiophile High-End-GerÀte und Soundbars. Auch "Hörlösungen light" (sogenannte Hearables) gehören dazu. Sie verbessern etwa Sprache in lauter Umgebung, sind aber noch keine klassischen HörgerÀte.

Sonova hatte die Sparte mit dem Kauf der fĂŒr ihre Kopfhörer berĂŒhmten Firma Sennheiser im Jahr 2022 gerade erst neu etabliert. Ziel war es, Kunden frĂŒher in der "Hörreise" abzuholen und langfristig ins HörgerĂ€tegeschĂ€ft zu fĂŒhren.

Neues FĂŒhrungsduo greift durch

Nun also die Rolle rĂŒckwĂ€rts. Der Schritt trĂ€gt die Handschrift des neuen FĂŒhrungsduos um Konzernchef Eric Bernard und Finanzchefin Elodie Carr-Cingari. Die beiden sind erst seit Juli vergangenen Jahres in ihren Funktionen.

Damit zieht der MarktfĂŒhrer offenbar auch die Konsequenzen aus einer verĂ€nderten Wettbewerbslandschaft. Denn das Umfeld im globalen HörgerĂ€temarkt hat sich zuletzt spĂŒrbar verĂ€ndert. Die Nachfrage entwickelte sich verhaltener, wĂ€hrend der Wettbewerb zeitgleich intensiver geworden ist.

Gleichzeitig erlebt die Branche eine Konsolidierungswelle, die die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse neu ordnet. Hinzu kommt, dass Technologiekonzerne wie Apple US0378331005 den Markt ĂŒber ihre AirPods und Ă€hnliche Produkte ergĂ€nzen. Diese bieten Funktionen wie GerĂ€uschunterdrĂŒckung oder HörverstĂ€rkung und besetzen damit Teile des Einstiegssegments.

Akzeptanz verbessern

Analysten sprachen von einer wichtigen und richtigen strategischen Entscheidung. "Ganz in unserem Sinne", meinte etwa Daniel Jelovcan von der ZĂŒrcher Kantonalbank (ZKB). Das Consumer-Hearing-GeschĂ€ft, es trug rund 6 Prozent zum Gruppenumsatz von 3,87 Milliarden Franken (4,2 Mrd Euro) im letzten GeschĂ€ftsjahr bei, weist laut Christian Moore vom Analysehaus Bernstein deutlich niedrigere Margen aus.

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