AKTIE IM FOKUS: Lufthansa weiten Jahresverlust aus nach Barclays-Abstufung aus
26.02.2024 - 09:20:34Die Titel fielen kurz nach dem Handelsstart um 0,2 Prozent auf 7,36 Euro. Damit weiteten sie ihr Jahresminus auf achteinhalb Prozent aus.
In Folge eines deutliche reduzierten Kursziels riet Barclays-Analyst Andrew Lobbenberg nicht mehr zum Ăbergewichten im Portfolio, sondern senkte das Votum auf "Equal-weight". Das von 12,50 auf 8,50 Euro reduzierte Kursziel rechtfertige keine Ăbergewichtung mehr.
Die Beziehungen mit den Arbeitnehmern seien starken Schwankungen ausgesetzt, so der Experte. Das treibe Löhne und GehÀlter nach oben und schmÀlere die ProfitabilitÀt. Auch kÀmen strategische Vorteile der Fluggesellschaft nicht mehr so sehr zum Tragen.
Bei der Lufthansa tobt aktuell ein Arbeitskampf. So mĂŒssen Passagiere der Airline sich auf neuerliche Streiks im nĂ€chsten Tarifkonflikt einstellen. Die Gewerkschaft Ufo hatte vergangenen Donnerstag die Tarifverhandlungen fĂŒr rund 18 000 KabinenbeschĂ€ftigte fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Sie rief ihre Mitglieder auf, in einer Urabstimmung ab kommender Woche bis 6. MĂ€rz ĂŒber Streiks zu entscheiden. Die Lufthansa habe in einem weiteren SpitzengesprĂ€ch kein ausreichendes Angebot vorgelegt, teilte die Gewerkschaft in Frankfurt mit.
Der Lufthansa steht damit die Eskalation des nĂ€chsten Tarifkonflikts bevor. Bei der Airline streikten zuletzt Piloten der Tochter Discover, um einen Erst-Tarifvertrag zu erzwingen. Zudem hatte ein zweiter Warnstreik des Bodenpersonals den Lufthansa-Betrieb nahezu lahmgelegt. Hunderte FlĂŒge fielen aus, mehr als 100 000 Passagiere mussten umplanen. Eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft Verdi ist nicht in Sicht.
Zudem laufen Tarifverhandlungen fĂŒr die LuftsicherheitskrĂ€fte. Bei einem bundesweiten Warnstreik, den Verdi Anfang Februar organisiert hatte, kam es ebenfalls zu FlugausfĂ€llen im groĂen Stil.
Sollte der jĂŒngste AbwĂ€rtstrend andauern, wĂŒrde sich der Kurs weiter dem Vorjahrestief von 6,51 Euro von Anfang November nĂ€hern. Damals hatten positiv aufgenommene GeschĂ€ftszahlen zum dritten Quartal den Sinkflug der Papiere gestoppt: Ein lukratives SommergeschĂ€ft und die Aussicht auf einen guten Winter hatten geholfen. Auch daher schafften die Papiere 2023 am Ende noch eine positive Jahresbilanz von plus 3,6 Prozent auf 8,05 Euro. Gleichwohl: im MĂ€rz 2023, also vor rund einem Jahr, hatten die Papiere noch mehr als 11 Euro gekostet.

