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AKTIEN IM FOKUS: Trumps Wahlsieg treibt Tesla und Trump Media vorbörslich hoch

06.11.2024 - 14:18:40

Der Sieg von Donald Trump bei der US-PrĂ€sidentschaftswahl hat den Aktien von Tesla US88160R1014 und insbesondere denen des noch jungen Unternehmens Trump Media & Technology Group (TMTG) US25400Q1058 am Mittwoch krĂ€ftigen RĂŒckenwind beschert.

Vor dem Börsenstart in den USA legten die Papiere des Elektro-Autobauers zuletzt um 12,5 Prozent zu auf knapp 283 US-Dollar. Im HauptgeschĂ€ft wĂ€re dies der höchste Kurs seit Mitte 2023. Tesla wĂŒrde damit zugleich einer Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar wieder nĂ€her kommen.

Die Anteile der Trump Media sprangen vorbörslich um fast 37 Prozent auf 46,40 Dollar hoch, womit sie zurĂŒck wĂ€ren auf dem Stand von Ende Oktober. Bis zum Rekordhoch Ende MĂ€rz bei etwas ĂŒber 79 Dollar ist es aber noch weit.

Tesla gehört zwar zu den sogenannten "Big-Techs", zu denen der Republikaner Trump "ein schwierigeres VerhĂ€ltnis" hat, wie Analyst Sören Hettler von der DZ Bank schreibt, doch die Aktie des Elektro-Autobauers ficht das nicht an. Denn Tesla-GrĂŒnder und -Chef Elon Musk stand im Wahlkampf eng an der Seite von Trump. Musk hatte Stunden bevor Klarheit ĂŒber den Wahlsieg herrschte auf seiner Plattform X gepostet: "Spiel, Satz und Sieg."

Maurizio Porfiri, Chief Investment Officer beim Schweizer Wertpapierhaus Maverix Securities, ist zudem nicht ganz so pessimistisch gestimmt wie die DZ Bank fĂŒr die US-Tech-Branche auch im Allgemeinen. "Vor allem Unternehmen im Software- und Hardwarebereich dĂŒrften profitieren", erwartet er. Geringere Steuern und erleichterte Übernahmen dĂŒrften ihm zufolge das Wachstum fördern. "Die US-Mega-Caps stehen weniger unter regulatorischen Druck. Fortschritte im Bereich KĂŒnstliche Intelligenz (KI) dĂŒrften laut Porfiri außerdem vorangetrieben werden, da Trump ein starker BefĂŒrworter technologischer Innovation sei und diese gezielt fördern wolle.

Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel sagte zu Tesla: "Trump hat im Wahlkampf einen auf 'Best Buddies' mit Elon Musk gemacht und starke UnterstĂŒtzung von ihm gehabt. Tesla sollte von Trumps Wahlsieg und insbesondere einem möglichen 'Republican Sweep' profitieren", erwartet er. In einem solchen Szenario stellen die Republikaner nicht nur den PrĂ€sidenten, sondern gewinnen auch die Mehrheit im Senat und dem ReprĂ€sentantenhaus.

"Tesla dĂŒrfte indirekt ĂŒber den politischen Einfluss des GrĂŒnders und Chefs Elon Musk zu den zukĂŒnftigen Gewinnern gehören", sagte auch Aktienexperte Andreas Lipkow. Er erwartet, dass nun das Thema Robotaxis in den USA an Dynamik gewinnen könnte. Trump Media unterdessen könnte nach den Worten Lipkows "zukĂŒnftig als Sprachrohr des neuen US-PrĂ€sidenten positioniert werden und entsprechende Marketingaufmerksamkeit bekommen."

Die Geschichte dieses Unternehmens ist Ă€hnlich aufsehenerregend wie nun die RĂŒckkehr seines umstrittenen GrĂŒnders als nĂ€chster US-PrĂ€sident. Denn der GrĂŒndung von TMTG vorausgegangen war der Sturm von Trump-AnhĂ€ngern auf das Kapitol im Januar 2021, in dem die Abstimmung des damaligen neuen US-PrĂ€sidenten Joe Biden ratifiziert wurde. Auslöser fĂŒr die Wut der Trump-AnhĂ€nger war dessen VerschwörungserzĂ€hlung ĂŒber die angeblich gestohlene PrĂ€sidentschaftswahl 2020. Trump, der seine politischen Ansichten damals vor allem ĂŒber Twitter (heute X) kundgetan hatte, wurde anschließend von diesem Messenger-Dienst gesperrt, aber auch von Facebook und Instagram.

Trump reagierte darauf mit der GrĂŒndung eines eigenen Netzwerks, mit Truth Media, dessen Mutterkonzern ist die TMTG ist. Diese wurde 2024 mit der UnternehmenshĂŒlle Digital World Acquisition Corp fusioniert und konnte so als SPAC im MĂ€rz an die Börse gehen. Das ermöglichte es dem Unternehmen, noch vor der Aufnahme des tatsĂ€chlichen GeschĂ€fts zunĂ€chst Kapital ĂŒber einen eigenen Börsengang einzusammeln.

Rasch legte die Aktie auf einen Höchststand von 79,38 Dollar zu, doch seither ging es ĂŒberwiegend abwĂ€rts. Im September wurde bei 11,75 Dollar ein Rekordtief erreicht, denn Anleger hatten zunehmend befĂŒrchtet, dass sich Trump nach dem Ende der vorgeschriebenen sechsmonatigen Haltefrist nach dem SPAC-Börsengang von Teilen seiner Aktien trennen könnte. Nachdem er diese Sorgen zerstreuen konnte, legte sie nach und nach zu.

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