Verband VdK warnt vor Sanktionen bei Zugang zu Arztterminen
27.01.2026 - 13:28:35"Wer Hilfe sucht, benötigt Hilfe, keine Strafe", sagte PrĂ€sidentin Verena Bentele. "Die Ursache fĂŒr zu viele Arztkontakte ist kein massenhaft praktiziertes "Ărztehopping", sondern ein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes System, das schlecht koordiniert ist." HĂ€ufig wĂŒrden Patienten von Praxis zu Praxis geschickt, bis sie eine Diagnose oder Behandlung erhielten.
Bentele sagte: "Wenn Patientinnen und Patienten durchs System gelotst werden, fĂŒhlen sie sich sicherer, und die Fehlversorgung geht zurĂŒck." DafĂŒr brauche es patientengerechte Ansprache, Hausbesuche, Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen und praktische Koordination.
Koalition plant gezieltere Terminvergaben
Die VdK-PrĂ€sidentin Ă€uĂerte sich anlĂ€sslich eines AuftaktgesprĂ€chs von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) mit Branchenakteuren ĂŒber eine Reform fĂŒr schnellere Facharzttermine. Die schwarz-rote Koalition will ein verbindliches PrimĂ€rarztsystem einfĂŒhren, bei dem Patienten zuerst (primĂ€r) in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf - und mit einem Termin in einem bestimmten Zeitraum - an FachĂ€rzte ĂŒberweist. Im Blick steht dabei auch eine online-gestĂŒtzte EinschĂ€tzung von Beschwerden noch vor Praxisbesuchen.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, mit den PlÀnen steuere Deutschland auf ein "ambulant-Àrztliches Versorgungs-Chaos" zu. Keine Antwort habe die Ministerin auch auf die Frage, wie digital unerfahrene Menschen eingebunden werden sollen, kritisierte Vorstand Eugen Brysch.

