Pernod Ricard will zurĂŒck auf den Wachstumskurs - China im Fokus
29.08.2024 - 11:32:07In beiden Regionen erwartet der Hersteller von Marken wie Absolut Vodka und Havana Club in den kommenden Monaten anhaltend rĂŒcklĂ€ufige UmsĂ€tze. Auch hohe Zinsen werden das erste GeschĂ€ftsquartal noch belasten. Konzernweit soll der Umsatz dank stĂ€rkerer GeschĂ€fte etwa in Indien im laufenden GeschĂ€ftsjahr (bis Ende Juni) aus eigener Kraft aber wieder auf den Wachstumskurs zurĂŒckkehren, wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte. Die Aktie legte deutlich zu.
WĂ€hrend das Zahlenwerk an der Börse zunĂ€chst nur fĂŒr leichte Gewinne sorgte, waren die Anleger angesichts guter Nachrichten aus China umso erleichterter: Das Land will vorerst keine Strafzölle auf Spirituosen aus der EU verhĂ€ngen. Am Vormittag baute die Aktie ihr Kursplus auf 5 Prozent aus.
Im abgelaufenen vierten GeschÀftsquartal (bis Ende Juni) stieg der organische Umsatz von Pernod Ricard um 3 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro und fiel damit etwas schwÀcher aus, als von Analysten erwartet. Im Gesamtjahr ergibt sich damit ein Umsatz aus eigener Kraft auf Vorjahresniveau, wobei in den USA 9 Prozent weniger GeschÀft gemacht wurde und in China sogar 10 Prozent.
Nach EinschĂ€tzung von Konzernchef Alexandre Ricard dĂŒrften bei den US-GroĂhĂ€ndlern weitere Anpassungen im Lagerbestand vonnöten sein. Und auch mit Blick auf China gab sich der Manager nicht sonderlich zuversichtlich: "Die Verbraucher verspĂŒren derzeit keinen Kaufdrang", sagte Ricard. Es gebe keine Anzeichen fĂŒr eine Verbesserung in China, langfristig bleibe er aber optimistisch.
Nominell fiel der Umsatz von Pernod im Gesamtjahr um vier Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Die operative Marge verschlechterte sich um 0,72 Prozentpunkte auf 26,9 Prozent. Der auf die AktionÀre entfallene Gewinn brach wegen Abschreibungen auf das WeingeschÀft, eines schwÀcheren Finanzergebnisses und höherer Steuerzahlungen um 34 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro ein.
Laut der Investmentbank RBC entsprachen die Zahlen den Erwartungen. UBS-Analyst Sanjeet Aujla ergĂ€nzte: Der vorsichtige Ausblick fĂŒr das erste GeschĂ€ftsquartal und das Gesamtjahr sei angesichts der fortdauernden SchwĂ€che der Industrie in den USA und China sowie weiterer Lagerbestandsanpassungen keine groĂe Ăberraschung.
Pernod Ricard und seine Konkurrenten hatten wĂ€hrend der Hochzeit der Corona-Pandemie zwei Jahre lang von einer starken Nachfrage nach Spirituosen profitiert. Nach dem Boom folgte die ErnĂŒchterung und der Markt normalisierte sich. Allerdings zog sich die Verlangsamung lĂ€nger hin als erwartet. Mittelfristig strebt das Management um Alexandre Ricard weiterhin an, aus eigener Kraft im oberen Ende von 4 bis 7 Prozent zu wachsen.

