Produktion/Absatz, Deutschland

Intersport holt Produktion nach Europa zurĂŒck

15.07.2024 - 05:26:59

Der Sportartikel-HĂ€ndlerverbund Intersport will seine Eigenmarken weniger in Fernost produzieren lassen, sondern vermehrt in Europa und auch in Nordafrika.

Das soll Lieferkettenprobleme und AbhĂ€ngigkeiten lindern, wie Frank Geisler, Vorstandsmitglied bei Intersport Deutschland, der "Heilbronner Stimme" (Montag) sagte. "Es geht uns beim Thema Produktionsverlagerungen nach Europa, dem sogenannten Nearshoring, nicht nur um schnellere Lieferungen und Reaktionen, sondern auch um eine grĂ¶ĂŸere UnabhĂ€ngigkeit von Asien, um geopolitische GrĂŒnde wie Krieg sowie um die UnterstĂŒtzung der Produktion in Europa", erklĂ€rte der Manager.

Er nannte als Beispiel eine Schuhfabrik in der Ukraine, die dort vor Kriegsbeginn eröffnet worden und weiter in Betrieb sei. Auch Socken, Handschuhe und Bandagen der Eigenmarken wĂŒrden nicht mehr nur in Fernost hergestellt. Produktionen seien in RumĂ€nien sowie in Bulgarien und anderen Balkanstaaten im Aufbau. "Wir denken auch ĂŒber Afrika nach", erklĂ€rte Geisler. "Vor allem in Nordafrika gebe es "ein gewisses Textil-Knowhow aus Tradition"."

Auch der Modekonzern Hugo Boss DE000A1PHFF7 will wieder mehr in Europa fertigen lassen, außerdem in Amerika. Man wolle stĂ€rker dort produzieren, wo die Ware verkauft werde, hatte das Unternehmen kĂŒrzlich erklĂ€rt. Das Verschicken der Ware von einem Kontinent zum anderen sei nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Ein Motiv seien auch die geopolitischen Spannungen und als Folge daraus der Versuch, AbhĂ€ngigkeiten zu verhindern.

@ dpa.de | DE000A1PHFF7 PRODUKTION/ABSATZ