Adidas erhöht Umsatzprognose - Höhere Kosten bremsen Ergebnisse
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 08:35 Uhr | dpa.deSo verkaufte das Unternehmen, das mit Spanien und Argentinien gleich beide Finalisten ausrüstete, mehr Trikots und Bälle als zuvor. Als Folge erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose. Allerdings gab Adidas im Zuge dessen auch deutlich mehr für Marketing aus. Dies, sowie höhere Kosten für Fracht, Beschaffung und US-Zölle bremsten die Ergebnisentwicklung, die unter den Erwartungen der Analysten ausfiel. Vorbörslich sackte die Aktie am Donnerstag auf der Handelsplattform Tradegate um fast acht Prozent ab.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 13 Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt erzielte Adidas einen Prozentpunkt mehr Wachstum. Eine starke Nachfrage verzeichnete das Unternehmen insbesondere in seinen eigenen Verkaufskanälen. Dagegen fiel das Plus im Großhandel erneut deutlich schwächer aus, vor allem in Europa. Neben einer starken Nachfrage im Fußball-Bereich zeigte sich auch das Running-Geschäft robust.
Das Unternehmen erhöhte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht und geht von einem währungsbereinigten Wachstum von neun bis zehn Prozent aus. Bislang hatte das Management um Konzernchef Björn Gulden ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.
Während der Umsatz besser ausfiel als erwartet, blieb die Ergebnisentwicklung hinter den Schätzungen der Analysten zurück. So gab Adidas im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft über 200 Millionen Euro mehr für Marketing aus. Höhere Fracht- und Beschaffungskosten sowie höhere US-Zölle belasteten obendrein. Für unrechtmäßig erhobene Zölle erhielt Adidas dabei die erste "geringe Rückerstattung". Das Betriebsergebnis stieg insgesamt um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro. Hier hatten sich Analysten mehr erhofft.
Die Ergebnisprognose bestätigte Adidas und erwartet für 2026 weiter ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro. Analysten haben hier jedoch bereits 2,4 Milliarden auf dem Zettel.
Zudem kommt es zu einem Wechsel im Finanzressort. Der langjährige Finanzvorstand Harm Ohlmeyer wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, wie das Unternehmen separat mitteilte. Er war seit fast 30 Jahren bei adidas tätig und seit 2017 Finanzvorstand des Unternehmens. Seine Nachfolgerin wird Birgit Kretschmer. Sie werde mit Wirkung zum 1. September in den Vorstand berufen und übernehme das Amt zum Ende des Jahres, hieß es. Kretschmer kann insgesamt auf eine 25-jährige Erfahrung bei Adidas zurückblicken. In den vergangenen sechs Jahren war sie Finanzchefin des Modehändlers C&A und kehrt im September zu Adidas zurück.
