GasvorrÀte, Europa

GasvorrÀte in Europa auf Tiefstand

03.03.2026 - 15:35:59 | dpa.de

Der Sprung bei den Gaspreisen nach Ausbruch des Iran-Kriegs wird verstÀrkt von den tiefen GasvorrÀten in Europa.

Die niedrigen FĂŒllstĂ€nde der Gasspeicher heizen die Angst vor einem Versorgungsengpass an.

Der FĂŒllstand der Erdgasspeicher in Europa befand sich Anfang MĂ€rz nach einem besonders kalten Winter auf einem Tiefstand. In der gesamten EU waren am 1. MĂ€rz die Gasspeicher nur noch zu 30 Prozent gefĂŒllt. Dies geht aus den Daten des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe hervor.

Der FĂŒllstand befindet sich damit weit unter dem Stand vor fast genau einem Jahr von knapp 40 Prozent. Der langjĂ€hrige Durchschnitt ĂŒber zehn Jahre hinweg betrug zum selben Zeitpunkt gut 48 Prozent.

Die Gasspeicher in Deutschland sind momentan zu 20,8 Prozent gefĂŒllt. Darauf folgen Italien (47,6 Prozent), die Niederlande (10,6 Prozent) und Frankreich (21,7 Prozent). Die FĂŒllstĂ€nde sind gegenĂŒber der Vorwoche nur unwesentlich verĂ€ndert.

Schneller geleert als gedacht

"Die Gasspeicher in mehreren LÀndern - darunter insbesondere die Niederlande und Deutschland - leerten sich dadurch schneller als prognostiziert", erklÀrte der Verband der Schweizerischen Gasindustrie Gazenergie auf seiner Homepage.

Der Krieg im Mittleren Osten lĂ€sst eine Erdgasverknappung befĂŒrchten. Rund 20 Prozent der weltweiten LNG-Exporte, die hauptsĂ€chlich aus Katar stammen, werden ĂŒber die Straße von Hormus transportiert, erklĂ€rten die Experten der UBS. Seit Beginn der Woche sind LNG-Exporte aus Katar gestoppt.

Derzeit sei der Schiffsverkehr im Nadelöhr des weltweiten Energiehandels bei Hormus stark eingeschrĂ€nkt. Zudem habe die Schließung der saudischen Raffinerie in Ras Tanura nach einem Drohnenangriff die BefĂŒrchtungen ĂŒber die Versorgung verstĂ€rkt, erklĂ€rten die UBS-Experten.

Schweizer Gas aus USA und Norwegen

"Die Auswirkungen auf die Energiepreise hĂ€ngen wesentlich davon ab, wie lange die Lage in der Straße von Hormus angespannt bleibt. Weil die betroffenen LNG-Lieferungen vor allem fĂŒr asiatische MĂ€rkte bestimmt sind, reagieren dort die Preise aktuell deutlich stĂ€rker als in Europa", sagte ein Sprecher von Gazenergie auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

"Insgesamt sei der weltweite LNG-Markt immer im globalen Kontext zu betrachten und es ist mit nachrichtengetriebenen Preisschwankungen zu rechnen. Gibt es nach drei bis vier Wochen eine Entspannung der Situation, dĂŒrfte der Markt dies verkraften. Bei einer lĂ€nger anhaltenden Störung könnten im Sommer spĂŒrbare Auswirkungen auf die europĂ€ische SpeicherbefĂŒllung entstehen", sagte der Gazenergie-Sprecher.

Die Gasimporte sind vor allem LNG-Lieferungen, die laut Bundesamt fĂŒr Energie vor allem aus den USA stammen. Die weiteren großen Gaslieferanten sind Norwegen, gefolgt mit weitem Abstand von Algerien und Aserbaidschan.

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