Einzelhandel schrumpft - bald weniger als 300.000 GeschÀfte
22.03.2026 - 07:43:27 | dpa.deDie Zahl der GeschĂ€fte dĂŒrfte in diesem Jahr auf unter 300.000 sinken. Das zeigt eine SchĂ€tzung des Handelsverbands Deutschland (HDE). FĂŒr 2026 wird ein RĂŒckgang um weitere 4.900 auf dann noch 296.600 erwartet. SchlieĂungen und Neueröffnungen sind darin bereits berĂŒcksichtigt.
Seit der deutschen Wiedervereinigung lag die Zahl der GeschÀfte laut HDE noch nie unter 300.000. In den vergangenen Jahren haben bundesweit bereits zehntausende LÀden geschlossen. Ende 2015 gab es noch etwa 372.000.
Besonders wÀhrend der Corona-Pandemie verschÀrfte sich die Lage, weil viele GeschÀfte zeitweise nicht öffnen durften. 2021 sank die Zahl um 11.500, 2022 um 11.000. Im vergangenen Jahr schrumpfte sie um 4.500 auf rund 301.500. Auch der erstarkende Onlinehandel setzt den stationÀren HÀndlern zu.
"So kann und darf es nicht weitergehen"
HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen warnt vor den Folgen: "Viele InnenstĂ€dte leiden heute schon sichtlich unter LeerstĂ€nden. So kann und darf es nicht weitergehen." Besserung sei nicht in Sicht. Die Lage sei vor allem bei vielen mittelstĂ€ndischen HĂ€ndlern ernst. "Das Umfeld mit der seit Jahren vor sich hin dĂŒmpelnden Konsumlaune ist schwierig", so von Preen. Die Politik sei in der Pflicht, Kosten bei Energie und BeschĂ€ftigung zu senken.
Die Branche hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Der Onlinehandel nahm 2025 zwar wieder Schwung auf und legte laut HDE preisbereinigt um 3,5 Prozent zu, doch die UmsĂ€tze im stationĂ€ren Handel stagnierten. Laut einer im Januar durchgefĂŒhrten HĂ€ndlerumfrage des Verbandes schĂ€tzen nur 14 Prozent der Unternehmen ihre GeschĂ€ftslage als gut ein. Jedes zweite erwartet 2026 sinkende UmsĂ€tze. Das gröĂte Problem bleibt der Befragung zufolge die KaufzurĂŒckhaltung.
Zahl der Insolvenzen steigt
Die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. 2025 verzeichnete der Kreditversicherer Allianz Trade 2.571 Insolvenzen, im Vorjahr waren es noch 2.291. Ein weiterer Anstieg gilt als wahrscheinlich.
Zuletzt waren unter anderem der SchuhhÀndler Görtz, der Modehersteller Gerry Weber und der Herrenausstatter Wormland betroffen. Der Hemdenhersteller Eterna stellt im Sommer insolvenzbedingt seinen Betrieb ein. Andere Unternehmen wie der DekohÀndler Depot und der Discounter Kodi haben ihre Filialnetze deutlich verkleinert.
Die Handelsbranche kommt an diesem Dienstag und Mittwoch in Berlin zu ihrem jĂ€hrlichen Handelsimmobilienkongress zusammen. Zu Gast ist unter anderem Sabine Poschmann (SPD), Parlamentarische StaatssekretĂ€rin im Bundesministerium fĂŒr Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

