Ergebnisse, Produktion/Absatz

Siemens bestÀtigt Prognose - Automatisierung bleibt unter Druck

08.08.2024 - 09:52:36

Der Technologiekonzern Siemens DE0007236101 kann auf anhaltend gute GeschÀfte mit intelligenter Infrastruktur blicken.

Das Unternehmen steigerte daher Umsatz und Gewinn im dritten GeschĂ€ftsquartal. "Wir profitierten weiterhin von der anhaltend hohen Nachfrage bei der Elektrifizierung", kommentierte Konzernchef Roland Busch die Entwicklung. Robust zeigte sich auch das industrielle SoftwaregeschĂ€ft. Dagegen bleibt die Fabrikautomation, die lange Zeit das Wachstum im Konzern angetrieben hat, verhalten - die Erholung wird lĂ€nger dauern als angenommen. Der Abbau der vollen Lager der Kunden zieht sich, insbesondere in China. Zudem fĂŒhrt die dadurch steigende WettbewerbsintensitĂ€t zu Preisdruck in der Region.

Die Aktie verlor am Donnerstagvormittag 1,4 Prozent. Analysten zeigten sich in einer ersten EinschÀtzung recht positiv gestimmt und verwiesen dabei auf starke Ergebnisse bei Smart Infrastructures sowie der Software. Bernstein-Analyst Nicholas Green monierte allerdings die schwache Entwicklung der Zugsparte sowie die Probleme im AutomatisierungsgeschÀft.

Im dritten GeschĂ€ftsquartal (per Ende Juni) stiegen die Erlöse um vier Prozent auf 18,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in MĂŒnchen mitteilte. Das vergleichbare Wachstum betrug dabei fĂŒnf Prozent. Ausgeklammert sind WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte.

Das Ergebnis des industriellen GeschÀfts, das die operative Entwicklung abbildet, legte um elf Prozent auf 3 Milliarden Euro zu. Neben Smart Infrastructure trug dazu auch die Erholung der Medizintechniktochter Siemens Healthineers DE000SHL1006 bei. Nach Steuern verdiente Siemens mit 2,1 Milliarden Euro fast die HÀlfte mehr als im Vorjahr. Die Zahlen fielen besser aus als von Analysten erwartet.

Den grĂ¶ĂŸten Wachstumsbeitrag steuerte die Sparte Smart Infrastructure mit einem prozentual zweistelligen Anstieg bei, speziell das ElektrifizierungsgeschĂ€ft wuchs deutlich. "Wir profitieren vom Boom der kĂŒnstlichen Intelligenz und der beschleunigten Energiewende", begrĂŒndete Busch die ZuwĂ€chse. "Zum einen werden viele neue Rechenzentren gebaut und zum anderen werden die Stromnetze erweitert, um mehr erneuerbare Energien aufnehmen zu können."

Bei der margenstĂ€rksten Sparte Digital Industries konnte ein starkes SoftwaregeschĂ€ft die flaue Entwicklung in der Industrieautomation nicht ausgleichen. Busch verwies auf eine weiter schwierige Wirtschaftslage in Europa und in China. "In wichtigen Branchen wie Maschinenbau und Automobilindustrie ist das Investitionsklima schlecht." Die Lage dĂŒrfte dabei weiter "herausfordernd" bleiben. "Daher erwarten wir, dass sich die Nachfrage langsamer erholen wird als ursprĂŒnglich angenommen."

Finanzvorstand Ralf Thomas geht davon aus, dass sich der Abbau der LagerbestĂ€nde in China "noch weit in das GeschĂ€ftsjahr 2025" ziehen wird. In Europa und den USA geht der Manager weiter davon aus, dass sich die LagerbestĂ€nde bis zum Ende des GeschĂ€ftsjahres 2024 (per Ende September) weitgehend normalisieren werden. "Im vierten Quartal wird die niedrigere KapazitĂ€tsauslastung im AutomatisierungsgeschĂ€ft sowie ein ungĂŒnstigerer Produktmix die Margen belasten", schĂ€tzt er.

Die Jahresprognose bekrĂ€ftigte der Konzern dennoch. Allerdings dĂŒrfte die Marge im DigitalgeschĂ€ft am unteren Rand der angegebenen Spanne liegen, hieß es. Bereits zum zweiten Quartal hatte Siemens die Prognose fĂŒr den Bereich gesenkt. Bei Smart Infrastructure geht der Konzern dagegen von einer Marge am oberen Ende aus.

FĂŒr den Konzern erwartet Konzernchef Busch weiter ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von vier bis acht Prozent. Dabei dĂŒrfte das Plus am unteren Ende der Spanne liegen, bekrĂ€ftigte das Unternehmen.

Das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten nach Übernahmen erwartet Siemens bei 10,40 bis 11,00 Euro. Im vorangegangenen Jahr war der entsprechende Gewinn auf 9,93 Euro angezogen. Herausgenommen ist dabei die Beteiligung an Siemens Energy DE000ENER6Y0, die nur noch als finanzieller Vermögenswert und nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung bilanziert wird.

Dabei kann Siemens weiter auf ein robustes Auftragsbuch blicken. Im dritten Quartal sank das NeugeschĂ€ft zwar um 16 Prozent. Dies lag insbesondere am RĂŒckgang der Zugsparte Mobility, die im Vorjahreszeitraum noch von GroßauftrĂ€gen profitiert hatte. Smart Infrastructure konnte hingegen prozentual zweistellig zulegen. In der Digitalsparte wuchs das Software-NeugeschĂ€ft durch eine Reihe großer AuftrĂ€ge fĂŒr lizenzierte Software stark, wie Siemens weiter mitteilte. Dies dĂŒrfte sich so allerdings nicht wiederholen. Der Auftragseingang in der Automatisierung sank hingegen "moderat", wie es hieß.

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