Ergebnisse, Produktion/Absatz

Siemens erwartet mehr Wachstum und Gewinn aus Infrastruktur-GeschÀft

12.12.2024 - 15:46:57

Der Technologiekonzern Siemens DE0007236101 setzt mittelfristig verstÀrkt auf sein GeschÀft mit intelligenter Infrastruktur.

Der Dax DE0008469008-Konzern erhöhte am Donnerstag seine mittelfristigen Wachstums- und Ergebnisziele fĂŒr den GeschĂ€ftsbereich. Die Siemens-Aktie stand zuletzt leicht im Minus, nachdem sie zur Wochenmitte noch ein neues Rekordhoch erreicht hatte.

Der Vorstand beobachtet zwar eine gewisse Normalisierung des Branchenumfelds. Die Sparte soll in den kommenden drei bis fĂŒnf Jahren aber weiterhin stĂ€rker wachsen als der Markt, wie das MĂŒnchener Unternehmen am Donnerstag anlĂ€sslich eines Kapitalmarkttags im schweizerischen Zug mitteilte. Gleichzeitig soll sich die Marge ausgehend von dem im vergangenen GeschĂ€ftsjahr erreichten Rekordniveau weiter verbessern - schlechte Marktbedingungen könnten sie aber auch drĂŒcken.

In dem GeschÀftsbereich "Smart Infrastructure" bietet Siemens vor allem Produkte, Dienstleistungen und Software an, die der Energiewende dienen sollen. Dabei geht es etwa um GebÀude- und Anlagen-Management-Systeme, Schalt- und SteuerungsgerÀte, aber auch um Programme zur Netzsimulation und Automatisierung sowie dem Schutz von Umspannwerken.

WĂ€hrend Siemens in den kommenden Jahren konzernweit von einem Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent ausgeht, rechnet das Management im GeschĂ€ft mit intelligenter Infrastruktur in den nĂ€chsten 3 bis 5 Jahren mit einem Wachstum auf vergleichbarer Basis von 6 bis 9 Prozent. Nach Aussagen von Sparten-Finanzchef Axel Meier wĂŒrde das Segment damit stĂ€rker zulegen als der Gesamtmarkt, dem kĂŒnftig ein Wachstum von 5 bis 6 Prozent unterstellt wird.

Der Plan enthalte auch "die ein oder andere" mögliche Akquisition, sagte der fĂŒr den GeschĂ€ftsbereich verantwortliche Vorstand Matthias Rebellius in einer Telefonkonferenz mit Journalisten am Nachmittag. Lediglich bei grĂ¶ĂŸeren ZukĂ€ufen mĂŒssten sie die Ziele anpassen.

Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr schaffte Siemens in seiner Sparte ein vergleichbares Umsatzplus von 9 Prozent. Seit 2020 lag die durchschnittlich jĂ€hrliche Wachstumsrate gar bei 11 Prozent. Der Trend ist also tendenziell rĂŒcklĂ€ufig. Rebellius erklĂ€rte dies mit einer gewissen Normalisierung, nachdem die Energiewende in den vergangenen Jahren die Nachfrage in dem Segment stark begĂŒnstigt hatte.

Trotz der Verlangsamung ist das Auftragsbuch fĂŒr den GeschĂ€ftsbereich nach Unternehmensangaben mit 18,2 Milliarden Euro aber immer noch gut gefĂŒllt und soll das Wachstum stĂŒtzen. Zudem dĂŒrften die GeschĂ€fte nach Ansicht von Siemens grundsĂ€tzlich weiterhin von globalen Trends profitieren, wie Elektrifizierung, Dekarbonisierung, Ressourceneffizienz, Daten und KĂŒnstlicher Intelligenz.

Derweil hofft Siemens, die ProfitabilitĂ€t in dem Bereich weiter ausbauen zu können. WĂ€hrend seit dem Kapitalmarkttag 2021 im TagesgeschĂ€ft eine Gewinnmarge von 11 bis 16 Prozent das Ziel war, sollen nun in den kommenden drei bis fĂŒnf Jahren von den in der Sparte erzielten Erlösen 16 bis 20 Prozent als operatives Ergebnis hĂ€ngen bleiben.

Im schlechtesten Fall könnte es damit zukĂŒnftig allerdings auch etwas schlechter laufen als zuletzt: Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr (bis Ende September) lag die Marge von Smart Infrastructure bei 17,3 Prozent. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2024/25 erwartet der Vorstand 17 bis 18 Prozent.

Finanz-Manager Meier versicherte in einer GesprĂ€chsrunde mit Analysten aber, dass das untere Ende der mittelfristig avisierten Margenspanne lediglich bei ungĂŒnstigen Marktbedingungen in Frage kĂ€me. Zur Verbesserung der Marge will er das eigene Portfolio weiter schĂ€rfen und den Fokus auf Digitalisierung und das Service-GeschĂ€ft legen

Nachdem die Siemens-Aktie am Vormittag bereits im Minus notiert hatte, weitete sie die Verluste in Reaktion auf die Neuigkeiten zunÀchst auf 1 Prozent aus. Sie konnte sich aber fangen und stand zuletzt noch ein halbes Prozent tiefer. Tags zuvor hatte die Aktie ein Rekordhoch erreicht. Seit Jahresbeginn kommt sie momentan auf ein Plus von 15 Prozent und ist damit etwas schlechter gelaufen als der deutsche Leitindex.

RBC-Analyst Mark Fielding wertete die neuen mittelfristigen Spartenziele positiv. Sie wichen nur wenig von den KonsensschĂ€tzungen ab und stĂŒtzten diese, schrieb er. Sein Kollege Philip Buller von der Privatbank Berenberg hĂ€lt Siemens' Infrastruktur-Sparte am Markt fĂŒr unterschĂ€tzt.

Im Laufe des kommenden Jahres will Siemens auch einen Kapitalmarkttag fĂŒr den Gesamtkonzern durchfĂŒhren./lew/tav/nas---

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