Musk verlegt Sitz von SpaceX nach Texas
15.02.2024 - 05:35:50Der 52-JĂ€hrige ist sauer, dass eine Richterin in Delaware ihm ein rund 56 Milliarden Dollar schweres Aktienpaket des ebenfalls von ihm gefĂŒhrten Elektroauto-Herstellers Tesla US88160R1014 nicht zugestehen will. Musk hatte angekĂŒndigt, auch andere Unternehmen aus seinem Umfeld aus dem als Unternehmenssitz in den USA Ă€uĂerst populĂ€ren Delaware abzuziehen.
Musk und die Behörden in Texas veröffentlichten Unterlagen, laut denen SpaceX seit Mittwoch offiziell dort angesiedelt ist. SpaceX hatte schon lange eine starke PrÀsenz in dem Bundesstaat: Dort werden an mehreren Standorten die Rakete Starship und Satelliten des Kommunikations-Systems Starlink gebaut sowie Triebwerke entwickelt und getestet.
Seine Gehirn-Implatate-Firma Neuralink hatte Musk bereits vergangene Woche von Delaware nach Nevada verlegt. Bei Tesla ist das schwieriger: Anders als SpaceX und Neuralink ist der Autobauer an der Börse notiert und ein Umzug wĂŒrde die Zustimmung der AktionĂ€re erfordern. Musk kĂŒndigte einen entsprechenden Antrag an, bisher blieb es jedoch dabei.
Musk reagiert mit dem Abzug seiner Unternehmen aus Delaware auf die Gerichtsentscheidung zu einer AktionÀrsklage Ende Januar. Tesla hatte ihm 2018 Aktienoptionen im Wert von bis zu 56 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, wenn ambitionierte Zielmarken bei Börsenwert und GeschÀftszahlen erreicht werden. Ein AktionÀr klagte dagegen. Musk wurden die Optionen zwar schon zugeteilt, er konnte sie wegen des Rechtsstreits aber noch nicht einlösen.
Richterin Kathaleen McCormick in Delaware befand, dass Musk bei Vereinbarung des VergĂŒtungsplans zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe, als dass man von einem fairen Verfahren sprechen könne. AktionĂ€ren sei vorenthalten worden, dass einige Verantwortliche fĂŒr die Entscheidung bei Tesla enge Verbindungen zu Musk gehabt hĂ€tten.
Die Richterin gab in dem Prozess deshalb dem KlÀger recht, der die Vereinbarung mit Musk annullieren will. Sie schrÀnkte zwar ein, eine Aufhebung des Mega-Deals folge nicht automatisch aus der Feststellung, dass die Vereinbarung unter unfairen UmstÀnden entstanden sei. Eine Annullierung sei jedoch die in Delaware bevorzugte Lösung. "Der KlÀger hat ein Anrecht auf die Annullierung", schrieb sie in ihrem 200-seitigen Urteil. Musk wetterte daraufhin, alle Unternehmen sollten den Bundesstaat verlassen.
Delaware ist ein sehr beliebter Firmensitz in den USA angesichts der gĂŒnstigen Steuerkonditionen und einer ĂŒber Jahrzehnte gewachsenen Unternehmens-Rechtsprechung.

