Selenskyj deutet SpitzengesprĂ€ch ĂŒber Frieden fĂŒr Ukraine an
28.11.2025 - 06:00:04Er nannte dabei keine Details, sagte aber in seiner abendlichen Videoansprache in Kiew: "NĂ€chste Woche stehen nicht nur fĂŒr unsere Delegation, sondern auch fĂŒr mich wichtige Verhandlungen an, und wir bereiten einen soliden Boden fĂŒr diese Verhandlungen vor."
Steht ein Treffen mit Trump an?
Im Raum steht nach Verhandlungen der USA und der Ukraine in Genf ĂŒber einen Friedensplan, dass Selenskyj ein weiteres Mal US-PrĂ€sident Donald Trump treffen könnte. Zuletzt signalisierten Kiew und Washington, dass eine weitgehend gemeinsame Position bestehe. Es gebe nur noch kleine Unterschiede, hieĂ es - wobei es sein kann, dass sich dahinter die zentrale Frage verbirgt, wie mit den russisch besetzten Gebieten der Ukraine umgegangen werden soll.
Die Abstimmung mit den USA solle schon ĂŒber das kommende Wochenende weitergehen, kĂŒndigte Selenskyj an. "Unser Team wird gemeinsam mit den amerikanischen Vertretern bereits diese Woche - am Ende der Woche - die Punkte, die wir nach Genf haben, weiter in eine Form bringen, die den Weg zu Frieden und Sicherheitsgarantien ebnet", sagte er.
Putin will vor Waffenruhe volle Kontrolle ĂŒber Donbass
Ein Strang der US-BemĂŒhungen kommende Woche wird ein Besuch von Trumps Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau sein. Kremlchef Wladimir Putin bestĂ€tigte einen Termin in der ersten WochenhĂ€lfte. Auf Reisen in Kirgistan in Zentralasien bekrĂ€ftigte er allerdings eine harte Haltung Moskaus in der Ukraine-Frage ohne ZugestĂ€ndnisse.
Als Grundvoraussetzung fĂŒr eine Einigung nannte Putin erneut eine volle russische Kontrolle ĂŒber die Gebiete Donezk und Luhansk im Donbass. "Die Truppen der Ukraine ziehen sich aus den von ihnen gehaltenen Territorien zurĂŒck, dann hören die KĂ€mpfe auf. Wenn sie sich nicht zurĂŒckziehen, dann erreichen wir das auf militĂ€rischem Weg", sagte er. Auch Trump hat vorgeschlagen, dass die Ukraine diese Gebiete rĂ€umt. Kiew lehnt dies ab.
Putin sprach zum wiederholten Mal Selenskyj ab, als PrĂ€sident nach Ablauf seiner Wahlperiode 2024 noch legitim zu sein und fĂŒr die Ukraine etwas entscheiden zu können. "FĂŒr sie soll die GesprĂ€che fĂŒhren, wer will. FĂŒr uns ist unabdingbar, dass unsere Entscheidungen international anerkannt sind von den zentralen internationalen Akteuren", sagte Putin.
Kreml fordert Anerkennung seiner Eroberungen
Es mĂŒsse klar sein, dass ein kĂŒnftiger Versuch, ukrainische Gebiete zurĂŒckzugewinnen, als Angriff auf russisches Staatsgebiet mit allen daraus folgenden Konsequenzen angesehen werde. Auf Nachfrage nannte Putin dies als wichtiges Thema fĂŒr das kommende GesprĂ€ch mit den USA. Im ersten Entwurf eines US-Friedensplans von vergangener Woche war die Rede davon, dass die USA nur die faktische Kontrolle Russlands ĂŒber diese Gebiete anerkennen könnten - also nicht rechtlich verbindlich.
Als einziges ZugestÀndnis sagte der Kremlchef, Russland könnte schriftlich zusichern, dass es keine europÀischen LÀnder angreifen werde. Es sei aber ohnehin unwahr, dass Moskau dies vorhabe.
Costa: USA werden nicht fĂŒr EU und Nato sprechen
Der Plan enthielt auch US-Vorgaben, welche Rolle EU und Nato in dem Friedensprozess spielen sollen. Mittlerweile hĂ€tten die USA zugesagt, in Verhandlungen mit Russland nicht ĂŒber EU- oder Nato-Belange zu sprechen. sagte EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa dem "Handelsblatt". In einem neuen Arbeitspaper seien "alle Punkte, die die EuropĂ€ische Union betreffen, gestrichen. Alles, was die Nato betrifft, ist auch gestrichen."
Nur die EU könne ĂŒber Sanktionen, EU-Beitritte und eingefrorene Vermögenswerte verhandeln, sagte Costa. Trumps erster Plan hatte vorgesehen, dass die in der EU blockierten russischen Staatsvermögen unter US-Aufsicht zum Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden sollen. Dies hĂ€tte die europĂ€ischen Staaten ihres gröĂten Hebels gegenĂŒber Moskau beraubt.

