Druschba-Pipeline: Selenskyj hĂ€lt Reparatur fĂŒr unnötig
24.02.2026 - 18:03:45 | dpa.de"Wozu reparieren? Um Menschen zu verlieren. Ich denke, das ist ein zu groĂer Preis", sagte Selenskyj auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und RatsprĂ€sident AntĂłnio Costas in Kiew. Ihm zufolge greift das russische MilitĂ€r gezielt Reparaturtrupps an.
Dem ungarischen MinisterprĂ€sidenten Viktor Orban, der wegen der ausbleibenden Lieferungen Ukraine-Hilfen blockiert, empfahl er sich an Moskau zu wenden. "Russland zerstörte diese Pipeline mehrfach", sagte Selenskyj. Orban solle beim Kreml um eine Energiewaffenruhe ersuchen. "Es kann nicht sein, dass Russland etwas zerstört und die Ukraine es dann repariert." Selenskyj hatte auch gesagt, dass russisches Ăl, das zur Finanzierung des Kriegs dient, nichts auf dem europĂ€ischen Markt zu suchen habe.
EuropÀische Union drÀngt auf Reparatur
Von der Leyen, die in den blau-gelben Farben der ukrainischen Flagge gekleidet war, machte allerdings deutlich, dass sie und Costa die Ukraine gebeten haben, die Reparaturen an der Pipeline zu beschleunigen. Sie dankte zudem dem kroatischen MinisterprĂ€sidenten Andrej Plenkovic fĂŒr seine BemĂŒhungen, den Transport von Ăl ĂŒber Serbien nach Ungarn und in die Slowakei ĂŒber die Adria-Pipeline abzusichern und auszubauen.
Der Erdöltransit ĂŒber die Druschba-Pipeline ist seit einem Drohnenangriff auf Energieanlagen in der westukrainischen Stadt Brody Ende Januar unterbrochen. Als Reaktion hat Ungarn einen 90-Milliarden-Kredit der EuropĂ€ischen Union an die Ukraine genauso wie Diesellieferungen blockiert. Die benachbarte Slowakei hat ebenso mit einer Unterbrechung von Dieselexporten in die Ukraine reagiert.
Von der Leyen will Ungarns Blockade notfalls umgehen
Von der Leyen kĂŒndigte zudem an, die von Ungarn blockierte Absicherung des Darlehens ĂŒber den EU-Haushalt notfalls zu umgehen. "Wir werden den Kredit so oder so bereitstellen. Ich will ganz klar sein: Wir haben verschiedene Optionen - und wir werden sie nutzen", sagte sie.
Das ist bereits der zweite Transitstopp innerhalb eines Jahres. Im vergangenen August waren die Lieferungen aus Russland bereits kurzzeitig unterbrochen worden - durch einen ukrainischen Angriff. Der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, hatte zuvor von einer erfolgreichen Attacke auf eine Pumpstation im russischen Gebiet Tambow berichtet.
Die Ukraine wehrt sich seit vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen russische Invasionstruppen.
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