Selenskyj, Sicherheitsgarantien

Selenskyj dringt auf Sicherheitsgarantien

16.12.2025 - 16:20:05

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Besuch in Den Haag weiter fĂŒr Sicherheitsgarantien Europas und der USA im Falle eines möglichen Friedens im Krieg mit Russland geworben.

Die Ukraine brauche "rechtlich bindende Zusagen", sagte Selenskyj nach einem GesprĂ€ch mit dem geschĂ€ftsfĂŒhrenden niederlĂ€ndischen Regierungschef Dick Schoof.

"Es gibt viele Fragen dazu, wie wir Schutz erhalten können, ohne Mitglied der Nato zu sein", sagte der PrĂ€sident. "Wir mĂŒssen UnterstĂŒtzung erhalten, und fĂŒr uns ist es wichtig, dass wir alle Sicherheitsgarantien haben."

Bei dem Ukraine-Gipfel in Berlin am Montag hĂ€tten die teilnehmenden LĂ€nder konkrete BeitrĂ€ge fĂŒr die Sicherheit des Landes zugesagt, sagte Selenskyj. Welche LĂ€nder sich an der vereinbarten multinationalen Sicherheitsmacht beteiligen wollten, sagte er nicht. Dazu gebe es ein Dokument, das aber erst nach einem Waffenstillstand veröffentlicht werde.

Zum Fortgang der GesprÀche sagte Selenskyj, dass nun weiter in Miami in den USA verhandelt werden solle. Dabei werde auch eine Reaktion der russischen Seite erwartet. Er wird dabei nach eigenen Worten nicht anwesend sein.

Schadenersatz fĂŒr Ukraine

Im Fokus seines eintĂ€gigen Besuches in den Niederlanden stand Schadenersatz fĂŒr KriegsschĂ€den in der Ukraine. Selenskyj hatte vor einer Konferenz des Europarates gesprochen, bei der eine internationale Kommission fĂŒr Schadenersatz eingerichtet wurde.

"Aggressor muss zahlen"

Die Kommission soll SchadenersatzansprĂŒche der Ukrane prĂŒfen. Unklar ist aber, mit welchen Mitteln die Forderungen bezahlt werden sollen. Selenskyj will, dass dazu in der EU beschlagnahmtes russisches Vermögen genutzt wird. "Der Aggressor muss bezahlen", sagt er.

In Den Haag gibt es bereits seit 2023 ein Register fĂŒr KriegsschĂ€den in der Ukraine. Bisher wurden rund 85.000 AnsprĂŒche registriert, von Einzelpersonen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen. Auch die Kommission soll ihren Sitz in Den Haag haben.

@ dpa.de