NÀchste Woche neue GesprÀche mit USA und Russland
01.02.2026 - 22:35:30"Die Termine fĂŒr die nĂ€chsten trilateralen Treffen stehen fest - 4. und 5. Februar in Abu Dhabi", teilte er bei Telegram mit. Er habe einen entsprechenden Bericht seines Verhandlungsteams erhalten. Trilaterale GesprĂ€che - also zwischen ukrainischen und russischen Vertretern sowie US-UnterhĂ€ndlern - hatte es vergangenes Wochenende bereits in Abu Dhabi gegeben. Von russischer Seite gab es zunĂ€chst keine BestĂ€tigung.
"Die Ukraine ist bereit fĂŒr eine substanzielle Diskussion, und wir sind an einem Ergebnis interessiert, das uns einem echten und wĂŒrdigen Ende des Krieges nĂ€her bringt", teilte Selenskyj mit. Allein in der vergangenen Woche habe Russland die Ukraine unter anderem mit 980 Drohnen und fast 1.100 Gleitbomben angegriffen. Das Land brauche dringend Luftabwehrraketen.
Selenskyj sprach noch am Sonntag mit dem ukrainischen VerhandlungsfĂŒhrer Rustem Umjerow. "FĂŒr morgen habe ich eine Besprechung anberaumt, um den Rahmen der GesprĂ€che abzustimmen und alles vorzubereiten", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. "Am Montagabend wird das Team bereits auf dem Weg zu den Verhandlungen sein." Er hoffe auf UnterstĂŒtzung der USA. "Vieles hĂ€ngt davon ab, was die amerikanische Seite erreichen kann, damit die Menschen sowohl dem Prozess als auch den Ergebnissen vertrauen."
Ukrainer und Russen hatten ursprĂŒnglich fĂŒr diesen Sonntag angekĂŒndigt, in Abu Dhabi ihre vor einer Woche nach langer Zeit begonnenen direkten Verhandlungen ĂŒber eine Beendigung des Krieges wieder aufzunehmen.
Kreml-UnterhÀndler Dmitrijew am Samstag in Miami bei Witkoff
Vor einer Woche liefen die GesprĂ€che unter Ausschluss der Ăffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem ChefunterhĂ€ndler Steve Witkoff. Witkoff traf sich indes am Samstag in Miami mit Kreml-UnterhĂ€ndler Kirill Dmitrijew. Der Russe teilte bei X mit, es habe ein konstruktives Treffen mit der US-Delegation gegeben. Er habe auch produktive GesprĂ€che mit einer Arbeitsgruppe zu den amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen gefĂŒhrt.
Witkoff schrieb seinerseits, es habe produktive und konstruktive GesprÀche mit Dmitrijew im Zuge des Vermittlungsversuchs der USA zur Lösung des Ukraine-Kriegs gegeben. Das Treffen habe die Ansicht bestÀrkt, dass Russland darauf hinarbeite, Frieden in der Ukraine zu sichern. Von US-Seite waren laut Witkoff auch Finanzminister Scott Bessent, der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und Regierungsberater Josh Gruenbaum dabei.
Trotz der immer wieder als "konstruktiv" und "produktiv" beschriebenen zahlreichen ZusammenkĂŒnfte ist eine Einigung auf ein Friedensabkommen aber bisher nicht in Sicht. Zentral fĂŒr Moskau sind Forderungen nach Gebietsabtretungen. Russland verlangt, dass sich die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass - dieser umfasst die Gebiete Luhansk und Donezk - zurĂŒckzieht, die weiterhin von Kiew kontrolliert werden. PrĂ€sident Selenskyj hatte solche Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt.
Erneut Tote bei russischen Drohnenangriffen
Russland erklĂ€rte sich zwar vor dem Hintergrund der Verhandlungen auf Bitte von US-PrĂ€sident Donald Trump bereit, wegen der extremen KĂ€lte und der ohnehin groĂen SchĂ€den in Kiew und anderen StĂ€dten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes zeitweilig abzusehen. Die Vereinbarung sollte nach russischen Angaben zunĂ€chst nur bis Sonntag gelten, um auch eine gute Grundlage fĂŒr die Verhandlungen in Abu Dhabi zu schaffen. Angriffe auf andere Ziele wurden aber indes fortgesetzt.
Selenskyj beklagte, dass die sich die Attacken auf die Bahn- und andere Verkehrsinfrastruktur verlagert hÀtten. "Es ist offensichtlich, dass die Russen unsere StÀdte voneinander abschneiden wollen", sagte er in seiner Videobotschaft. Das russische Verteidigungsministerium teilte in Moskau mit, es habe Angriffe auf die von den ukrainischen StreitkrÀften genutzte Verkehrsinfrastruktur sowie auf Munitionsdepots gegeben.
Bei einem russischen Drohnenangriff in der Stadt Dnipro starben ein Mann und eine Frau, wie MilitÀrgouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Es sei ein Feuer ausgebrochen. In Pawlohrad starben mindestens zwölf Menschen, als russische Drohnen einen mit Minenarbeitern besetzten Bus trafen. Weitere 16 Menschen wurden bei dem Angriff verletzt, neun von ihnen schwer.
Kiew stellt nach Blackout Heizungsversorgung wieder her
Neue Meldungen ĂŒber russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen gab es indes nicht. Allerdings kam es am Samstag zu einem Blackout durch einen Ausfall von Leitungen. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung dauerten auch am Sonntag an. Im ganzen Land gab es Behörden zufolge weiter Notabschaltungen.
Kiews BĂŒrgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass immer mehr HĂ€user wieder an die Heizungsversorgung angeschlossen wĂŒrden. Demnach waren am Morgen noch rund 1.000 HĂ€user in der Hauptstadt ohne WĂ€rmeversorgung - nach 3.500 HĂ€usern am Vorabend. Auch alle Linien der Metro seien nach dem Ausfall am Samstag wieder in Betrieb, hieĂ es.
Grund fĂŒr die massiven Probleme in vielen Teilen des Landes war ein Ausfall von zwei Leitungen zwischen RumĂ€nien und Moldau und auf dem Gebiet der Ukraine, wie Selenskyj darlegte. Es sei ein Tag im Ausnahmezustand fĂŒr die Regierung, das Energieministerium, die Energieunternehmen sowie regionale und lokale Behörden gewesen. "Die Ursachen werden derzeit untersucht", sagte Selenskyj.
Womöglich sei Vereisung der Leitungen der Grund fĂŒr den Kollaps gewesen. "Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine externe Einmischung oder einen Cyberangriff", sagte Selenskyj. Das Land habe auch seine Stromimporte erhöht. Das Energiesystem der Ukraine ist vor allem nach den vielen russischen Angriffen schwer beschĂ€digt.
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

