ROUNDUP, Orban

Orban trifft Putin heute in Moskau

28.11.2025 - 08:28:02

Der ungarische MinisterprÀsident Viktor Orban wird heute in Moskau den russischen PrÀsidenten Wladimir Putin treffen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestĂ€tigte der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge die ReiseplĂ€ne Orbans, der mit Putin ĂŒber Energielieferungen und den Krieg in der Ukraine sprechen wolle. Putin und Orban haben auch wĂ€hrend des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine immer wieder direkte GesprĂ€che gefĂŒhrt, was in der EU Kritik auslöste.

Bereits seit Tagen hatte es Spekulationen ĂŒber einen Orban-Besuch in Moskau gegeben. Putin selbst antwortete noch am Donnerstag nicht direkt auf die Frage eines Reporters, ob Orban am Freitag anreisen werde. Er sagte nur, dass Moskau sich immer freue, wenn Einladungen angenommen wĂŒrden. Orban hatte am Donnerstag angekĂŒndigt, mit Russland GesprĂ€che ĂŒber Öl- und Gaslieferungen fĂŒhren zu wollen.

Nicht die erste Reise nach Moskau

Orban hatte Putin zuletzt im Juli 2024 im Kreml besucht - wenige Tage nach seiner ersten Reise nach Kiew seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Den Aufenthalt in Russland inszenierte er als Friedensmission. Budapest hatte damals turnusgemĂ€ĂŸ die EU-RatsprĂ€sidentschaft inne. Die EU betonte jedoch, dass Orban nicht in ihrem Namen spreche. Der ungarische MinisterprĂ€sident verfolgt eine feindselige Politik gegenĂŒber der Ukraine, die an sein Land grenzt. In mehreren Äußerungen bestritt er, dass die Ukraine ein souverĂ€ner Staat sei.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte im Oktober in einem TelefongesprĂ€ch mit Putin die ungarische Hauptstadt Budapest als Ort eines Gipfeltreffens der beiden Staatschefs vorgeschlagen. Wegen Moskaus fehlender Verhandlungsbereitschaft zeigte Trump sich aber enttĂ€uscht, sagte den Gipfel wieder ab und verhĂ€ngte schmerzhafte Sanktionen gegen die großen russischen Ölexporteure Rosneft und Lukoil.

Zuletzt unterstĂŒtzte Orban den ursprĂŒnglichen US-Friedensplan fĂŒr ein Ende des Kriegs in der Ukraine, den Kritiker als russische Wunschliste bezeichneten. Bei Nachverhandlungen mit EuropĂ€ern und Ukrainern sollen einige Punkte entschĂ€rft worden sein. Russland will zu dem Plan nĂ€chste Woche GesprĂ€che mit US-Vertretern in Moskau fĂŒhren. Orban behauptete, die EU hĂ€tte den ursprĂŒnglichen Trump-Plan "sabotiert", weil sie den Krieg fortsetzen wolle.

Gute Beziehungen zum Kreml

Orban pflegt seit etwa zehn Jahren gute Kontakte zu Kremlchef Putin. Diese hielt er auch nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aufrecht. In den vergangenen Jahren verhinderte er immer wieder neue EU-Sanktionen gegen Russland - etwa ein vollstĂ€ndiges Öl-Embargo oder geplante Strafmaßnahmen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill.

Ungarn ist neben der Slowakei das einzige EU-Land, das noch Rohöl aus Russland bezieht. Anders als die anderen EU-LĂ€nder, mit Ausnahme der Slowakei, ist Ungarn in hohem Maße von russischen Erdgaslieferungen abhĂ€ngig.

@ dpa.de