Bayer-Konkurrent Corteva will Soja-GeschÀft in Brasilien stark ausbauen
05.12.2024 - 20:32:24Brasilien sei der Zielmarkt fĂŒr weiteres Konzernwachstum, erklĂ€rte Corteva-Chef Chuck Magro in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er sehe keinen Grund, warum "nicht 20 oder 30 Prozent der brasilianischen SojaanbauflĂ€chen bis zum Ende des Jahrzehnts bedient" werden könnten. Aktuell ist vor allem Bayer in dem Land stark vertreten, das der weltweit gröĂte Sojabohnen-Produzent ist.
Das Saatgut von Corteva ermöglicht es Landwirten, FlĂ€chen mit Unkrautvernichtern wie Glyphosat und 2,4-D-Cholin zu besprĂŒhen, denn diese Sojapflanzen sind immun gegen die Pestizide. Unternehmensangaben zufolge hat Corteva mit dem entsprechenden Enlist-3-Saatgutsystem schon groĂe Teile des US-Marktes erobert, wĂ€hrend der Marktanteil in Brasilien noch vernachlĂ€ssigbar sei. Enlist 3 steht in einem Milliardenmarkt in direkter Konkurrenz zu den Roundup-Produkten von Bayer.
Bayer hatte erst im November den Jahresausblick auch wegen eines trĂ€gen AgrargeschĂ€fts gesenkt. Der Druck auf das Sojabohnen-GeschĂ€ft in Brasilien habe sich im Zuge niedrigerer Preise an den AgrarmĂ€rkten verstĂ€rkt, hatte der Chef der Bayer-Agrarsparte, Rodrigo Santos, damals im Zuge der Vorlage der Zahlen fĂŒr das dritte GeschĂ€ftsquartal erklĂ€rt.
Die ohnehin schwer angeschlagene Bayer-Aktie war infolge der Prognosesenkung noch stÀrker unter Druck geraten. Allein 2024 hat sie schon 42 Prozent an Wert verloren, was den letzten Platz im deutschen Leitindex Dax DE0008469008 bedeutet. Allerdings spielen dabei auch die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA eine Rolle. Die Aktien von Corteva bringen es 2024 hingegen auf ein Plus von mehr als 25 Prozent.

