Ergebnisse, Produktion/Absatz

Ältere Arzneien retten Lillys Jahresende - Gewichtssenker enttĂ€uschen

06.02.2025 - 15:23:02

Der US-Pharmahersteller Lilly US5324571083 ist im Schlussquartal 2024 stÀrker gewachsen als gedacht.

Florierende GeschĂ€fte mit den Diabetes- und Abnehmmitteln Mounjaro und Zepbound sorgten abermals fĂŒr Schwung. Allerdings hatten sich Analysten wie schon im Vorquartal auch diesmal von beiden Medikamenten mehr erwartet. Dass Lilly trotzdem positiv ĂŒberraschte, lag ausgerechnet an einem krĂ€ftigen Plus bei Ă€lteren Arzneien. Konzernchef David Ricks sprach gleichwohl von einem erfolgreichen Jahr 2024 und gab sich mit Blick auf 2025 optimistisch: Er bekrĂ€ftigte die Umsatzprognose vom Januar. Seine Gewinnprognose fĂŒr das Jahr liegt derweil im Rahmen der Erwartungen. Die Aktie zog im vorbörslichen US-Handel moderat an.

Das Unternehmen starte in das Jahr 2025 mit einer "enormen Wachstumsdynamik", sagte Ricks laut Mitteilung vom Donnerstag in Charlotte. Dem Konzern stĂŒnden mehrere wichtige Daten aus fortgeschrittenen Medikamentenstudien bevor. "Sollten diese positiv ausfallen, wird das unser langfristiges Wachstum beschleunigen."

Lilly hat bislang Ă€hnlich wie der dĂ€nische Rivale Novo Nordisk DK0060534915 massiv von dem Hype um seine Gewichtssenker profitiert. In einer Vergleichsstudie zeigte sich zuletzt auch, dass die Mittel der Amerikaner bisher wirksamer sind als die aktuellen Produkte Ozempic und Wegovy von Novo. Analysten trauten Lilly daher bisher zu, den Konkurrenten mit der Zeit zu ĂŒberholen. Doch dem US-Konzern, der wegen der hohen Nachfrage immer wieder unter KapazitĂ€tsengpĂ€ssen leidet, machen diese Versorgungsprobleme gerade besonders zu schaffen.

Der Konzern hatte deshalb Ende Oktober seine - zwischenzeitig mehrfach angehobenen - Umsatzziele fĂŒr das Jahr wieder etwas eingedampft. Mitte Januar hatte das Management nach ersten Berechnungen diese dann noch einmal heruntergeschraubt. Das Wachstum bei den neueren Blutzuckersenkern im Schlussquartal habe sich nicht in dem erhofften Maße ergeben, hieß es seinerzeit zur BegrĂŒndung.

Mit 3,5 Milliarden Dollar Erlös fĂŒr Mounjaro und 1,9 Milliarden fĂŒr Zepbound blieben beide Arzneien in den drei Schlussmonaten auch hinter den Erwartungen von Analysten zurĂŒck. Dagegen zogen die VerkĂ€ufe von Ă€lteren Arzneien wie das Diabetes-Medikament Jardiance und das Insulin Humalog von Oktober bis Dezember deutlich an. Aufs Gesamtjahr gesehen kletterte der Umsatz so um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 45 Milliarden Dollar.

In diesem Jahr soll der Erlös nun noch etwas stĂ€rker anziehen. Im Januar 2025 hatte Lilly auch bereits eine Erlösprognose fĂŒr das neue Jahr veröffentlicht, die Konzernchef Ricks nun bestĂ€tigte: Das Management plant mit einem Umsatzanstieg auf 58 bis 61 Milliarden Dollar, das wĂ€ren bis zu gut 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Analystenprognose lag zuletzt bei 59,4 Milliarden Dollar.

Das von Analysten stark beachtete bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2025 bei 22,50 bis 24 Dollar herauskommen, die Branchenexperten rechneten zuletzt im Schnitt mit 23,17 Dollar. Im vergangenen Jahr hatte sich diese Kennziffer mit 12,99 Dollar je Aktie mehr als verdoppelt. Unter dem Strich verdiente Lilly dank des Hypes um seine Gewichtssenker 10,6 Milliarden Dollar, nach gut 5 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

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