Nike mit deutlichem UmsatzrĂŒckgang - Streicht Prognose
02.10.2024 - 08:13:50Zudem wurde ein fĂŒr November geplanter Investorentag verschoben. Damit verunsicherte der Adidas-Konkurrent DE000A1EWWW0 die Anleger. Die Aktie verlor nachbörslich deutlich an Boden.
Im Olympia-Sommer verbuchte Nike einen deutlichen UmsatzrĂŒckgang. Im Ende August abgeschlossenen ersten GeschĂ€ftsquartal schrumpften die Erlöse im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss bekanntgab. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 28 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar (950 Mio Euro).
Nike will die Probleme unter anderem mit einem Chefwechsel in den Griff bekommen: Mitte Oktober kehrt der frĂŒhere Top-Manager Elliott Hill aus dem Ruhestand zurĂŒck und ĂŒbernimmt den Spitzenjob.
Zur Strategie seines VorgĂ€ngers John Donahoe gehörte, stĂ€rker auf DirektverkĂ€ufe zu setzen. Die Kehrseite war jedoch, dass der von Nike aufgegebene Regalplatz in LĂ€den durch Produkte der Konkurrenz ausgefĂŒllt wurde. Dadurch wurden die Rivalen mehr von Verbrauchern wahrgenommen.
Im vergangenen Quartal schwĂ€chelte Nike in beiden VertriebskanĂ€len. Die DirektverkĂ€ufe sanken um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Auslöser war ein Einbruch um 20 Prozent im Online-GeschĂ€ft, wĂ€hrend es in den Nike-Stores ein einprozentiges Plus gab. Im GroĂhandel sanken die VerkĂ€ufe um 8 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar.
Nike ist gerade in einem von Donahoe gestarteten Sparprogramm, bei dem die Kosten um rund zwei Milliarden Dollar gesenkt werden sollen. Rund zwei Prozent der ArbeitsplÀtze sind betroffen.
Die Krise des Unternehmens ist gut am Aktienkurs abzulesen. Vom Rekordkurs von fast 180 Dollar im Mai 2021 ging es bis auf 70 Dollar in diesem Sommer nach unten. Zuletzt konnte sich der Kurs mit der Aussicht auf den neuen Chef wieder etwas erholen. Diese Erholung gerÀt aber wegen des schwachen Sommerquartals und der gestrichenen Prognose in Gefahr.
Nike-Aktien fielen im nachbörslichen Handel um rund sechs Prozent auf 83,85 Dollar. Das Papier verbilligte sich in diesem Jahr bisher um fast ein FĂŒnftel und entwickelte sich damit deutlich schlechter als die Anteile von Adidas, die seit Ende 2023 rund ein Viertel zulegen konnten.
Auch auf 10-Jahressicht hat Adidas am Kapitalmarkt mit Blick auf die Kursentwicklung deutlich die Nase vorn. Gemessen am Börsenwert liegt Nike mit umgerechnet rund 120 Milliarden Euro immer noch deutlich vor Adidas. Der deutsche Konzern kommt gerade mal auf etwas mehr als 40 Milliarden Euro.

