ROUNDUP, Visa

Visa steigert Umsatz und Gewinn - Trumps ZinsplÀne verunsichern

30.01.2026 - 12:33:33

Der US-Zahlungsdienstleister Visa US92826C8394 hat in seinem ersten GeschÀftsquartal von starken Ausgaben der Verbraucher profitiert.

Umsatz und Gewinn stiegen stÀrker als von Analysten im Schnitt erwartet. Am Finanzmarkt wurden die Neuigkeiten zunÀchst dennoch mit Kursverlusten quittiert. Möglicherweise hatten sich Anleger noch stÀrkere Ergebnisse erwartet - wie bei Visas Rivalen Mastercard US57636Q1040.

Die Visa-Aktie verlor im vorbörslichen New Yorker Handel am Freitag fast zwei Prozent an Wert, nachdem sie im regulÀren Handel am Donnerstag kurz vor der Zahlenvorlage mit einem Kursanstieg von anderthalb Prozent aus dem Handel gegangen war. Die Mastercard-Aktie hatte um rund vier Prozent zugelegt.

Im ersten GeschĂ€ftsquartal bis Ende Dezember wuchs Visas Nettoumsatz im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar (9,1 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) in San Francisco mitteilte. Der Überschuss stieg um 14 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar.

Die amerikanische Kreditkartenbranche steht derzeit unter Beschuss von US-PrĂ€sident Donald Trump. Dieser hatte Mitte Januar angekĂŒndigt, dass ab dem 20. Januar fĂŒr Kreditkarten ein Jahr lang ein Maximalzins von zehn Prozent gelten soll. Unklar war zunĂ€chst, ob und wenn ja, wie Trumps Plan zu realisieren ist.

Trump verspricht sich davon, das Leben von US-Amerikanern "erschwinglich" zu machen: Viele von ihnen leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und haben keine großen RĂŒcklagen. Zudem ist der Kauf auf Pump in den Vereinigten Staaten deutlich ĂŒblicher als in Deutschland, sodass sich viele verschulden und Kreditkartenzinsen jeden Monat aufs Neue bedienen mĂŒssen.

Nach Angaben der US-Notenbank Federal Reserve von November 2025 lag der durchschnittliche Zinssatz fĂŒr Kreditkarten zwischen Ende 2023 und Ende 2024 bei 21,5 Prozent. Trump fordert dementsprechend mehr als eine Halbierung.

Trumps AnkĂŒndigung stieß bei den Banken und Lobbyvereinigungen auf Unmut. Die Zinsobergrenze werde dazu fĂŒhren, dass Kredite eingeschrĂ€nkter vergeben werden dĂŒrften und "verheerende Folgen fĂŒr Millionen amerikanischer Familien und kleiner Unternehmen hĂ€tte", warnten sie in einer gemeinsamen ErklĂ€rung. Was genau die Konsequenzen sein sollen, ließen sie indes offen.

Mastercard hatte am Donnerstag ĂŒberraschend starke Zahlen zum abgelaufenen Quartal veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um 22 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar zu. An diesem Freitag legt schließlich auch der dritte große Kreditkartenkonzern American Express US0258161092 seine GeschĂ€ftszahlen vor.

@ dpa.de