Verbraucherzentrale fordert mehr Transparenz bei FernwÀrme-Preisen
16.04.2024 - 15:20:12Die Preisgestaltung im FernwĂ€rmemarkt sei fĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher "eine Blackbox". Die Bundesregierung mĂŒsse sicherstellen, dass die Verbraucher PreisĂ€nderungen nachvollziehen können, "und endlich eine verbraucherfreundliche Novellierung der FernwĂ€rme-Verordnung angehen", sagte vzbv-VorstĂ€ndin Ramona Pop am Dienstag einer Mitteilung zufolge.
Der vzbv erfasst nach eigenen Angaben seit Anfang 2023 fortlaufend die FernwĂ€rmepreise in 31 Netzen. "Die Auswertung der Daten im ersten Quartal 2024 zeigt erneut, wie unterschiedlich die Preise fĂŒr FernwĂ€rme je nach Netz sein können", hieĂ es in der Mitteilung. WĂ€hrend effektive Preise pro Kilowattstunde fĂŒr einen Haushalt in einem typischen Mehrfamilienhaus im untersuchten FernwĂ€rmenetz in Leipzig von 17 Cent im vierten Quartal 2023 auf 20 Cent im ersten Quartal 2024 anstieg, fiel der Preis beim untersuchten Netz in Stuttgart von 22 auf 17 Cent pro Kilowattstunde.
Verbraucherinnen und Verbraucher könnten nur schlecht einschĂ€tzen, ob der WĂ€rmepreis in ihrem Netz eher hoch oder niedrig ist, sagte Pop. "Es braucht daher ein deutschlandweites WĂ€rmenetzregister und eine darauf aufbauende WĂ€rmenetzkarte." Zudem forderte der vzbv die EinfĂŒhrung einer Preisaufsicht durch eine unabhĂ€ngige Stelle.
Der Verband kommunaler Unternehmen hielt fest, dass "die Preisbildung bei der FernwĂ€rme beileibe kein rechtsfreier Raum" sei. "Wenn ein Unternehmen keine marktgerechten Preise nimmt, können die Kartellbehörden prĂŒfen", sagte ein Sprecher. "Wir arbeiten gemeinsam mit weiteren Akteuren bereits an einer Transparenz-Plattform, auf der Preise verglichen werden können. Auch ĂŒber Schlichtungsverfahren wird- wie beim FernwĂ€rmegipfel im vergangenen Jahr vereinbart - derzeitkonkret gesprochen", so der Sprecher. Die FernwĂ€rme dĂŒrfe nicht mit falschen VorwĂŒrfen diskreditiert werden.

