Umfrage: SpĂ€tere Rente fĂŒr Akademiker spaltet die Deutschen
16.12.2025 - 06:26:35In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa fĂŒr das Magazin "Stern" und RTL-Deutschland sprach sich die HĂ€lfte der Befragten fĂŒr den Vorschlag des Wirtschaftsprofessors Jens SĂŒdekum aus, 48 Prozent waren dagegen. Zwei Prozent machten demnach keine Angaben. Befragt wurden fĂŒr die reprĂ€sentative Erhebung rund 1.000 Menschen am 11. und 12. Dezember.
Deutsche mit Abitur oder Studium lehnen eine Kopplung an die Beitragsjahre mehrheitlich (51 Prozent) ab, 46 Prozent finden sie demnach sinnvoll. In der Gruppe der 18- bis 29-JĂ€hrigen sind 63 Prozent gegen den Vorschlag.
Unter den BĂŒrgern mit Hauptschulabschluss fĂ€nde dagegen eine Mehrheit (56 Prozent) eine Bindung des Renteneintrittsalters an die Beitragsjahre sinnvoll, 42 Prozent sind dagegen. In Ostdeutschland liegt die Zustimmung bei 58 Prozent.
AufgeschlĂŒsselt nach ParteiprĂ€ferenz sprachen sich mehrheitlich WĂ€hler von CDU/CSU (56 Prozent) und AfD (54 Prozent) fĂŒr eine entsprechende Reform aus. Gegen eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Beitragsjahre waren laut der Umfrage ĂŒberwiegend AnhĂ€nger von SPD und GrĂŒnen (je 53 Prozent) sowie der Linken (55 Prozent).
Wirtschaftswissenschaftler fĂŒr Mindestanzahl von Beitragsjahren
In der Debatte ĂŒber eine Rentenreform hatte SĂŒdekum zuvor der "Bild" gesagt: "Die Lebensarbeitszeit ist eine Stellschraube, an die wir ranmĂŒssen, um die gesetzliche Rente zu sichern". Eine Rente mit 70 fĂŒr alle sei falsch. "Besser ist es, den Renteneintritt nicht an eine starre Alterszahl zu koppeln, sondern an eine Mindestanzahl von Beitragsjahren."
Weiter sagte er: "Akademiker zahlen deutlich spĂ€ter in die Rentenkasse ein als jemand, der mit 16 oder 18 Jahren eine Lehre beginnt und dann durcharbeitet. Den Rentenbeginn an die Beitragsjahre zu binden, ist gerechter." SĂŒdekum ist persönlicher Berater von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Stand jetzt steigt das Rentenalter bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre. Wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf frĂŒher in den Ruhestand gehen.
Nach monatelangen Diskussionen hatte der Bundestag vor gut einer Woche fĂŒr das Rentenpaket gestimmt, es muss noch den Bundesrat passieren. Streit gab es unter anderem in der Frage nach der Stabilisierung des Rentenniveaus. Noch vor Weihnachten soll eine Rentenkommission eingesetzt werden. Bis Mitte 2026 sollen VorschlĂ€ge vorliegen - die dann rasch in ein Gesetzgebungsverfahren mĂŒnden sollen.

