LĂ€nder-Tarifgemeinschaft, Lohnforderungen

LĂ€nder-Tarifgemeinschaft: Lohnforderungen 'völlig ĂŒberzogen'

17.11.2025 - 22:16:42

Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL), Andreas Dressel (SPD), hĂ€lt die Forderungen der Gewerkschaften im Öffentlichen Dienst nach sieben Prozent mehr Gehalt fĂŒr unangemessen.

Zwar verdienten die BeschĂ€ftigten der LĂ€nder WertschĂ€tzung durch entsprechende Löhne, sagte der Hamburger Finanzsenator laut einer Mitteilung der Finanzbehörde. "Aber die geforderte Lohnerhöhung passt nicht in die Zeit und ist bei einer Inflationsrate von 2 Prozent völlig ĂŒberzogen."

Es sei nicht zielfĂŒhrend, mit "ritualisierten astronomischen Forderungen nicht erfĂŒllbare Erwartungen zu wecken, die am Ende zu großen EnttĂ€uschungen bei vielen BeschĂ€ftigten fĂŒhren". Nun sehe er "Ă€ußerst schwere Verhandlungen auf uns zukommen", sagte Dressel weiter.

Gewerkschaften fordern mindestens 300 Euro mehr pro Monat

Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt fĂŒr den öffentlichen Dienst der LĂ€nder, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr, wie Verdi und der Beamtenbund dbb in Berlin berichtet hatten. GestĂ€rkt werden sollten demnach die unteren Lohngruppen. Verdi-Chef Frank Werneke begrĂŒndete die Lohnforderung unter anderem mit der jĂŒngsten SteuerschĂ€tzung, wonach es einen grĂ¶ĂŸeren finanziellen Spielraum der LĂ€nder gebe. Das mĂŒsse sich auch in den GehĂ€ltern zeigen.

FĂŒr NachwuchskrĂ€fte sollen die VergĂŒtungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Alle ZeitzuschlĂ€ge sollen um 20 Prozentpunkte steigen, bei einer Laufzeit des neuen Tarifvertrags von zwölf Monaten.

Die Gewerkschaften fordern zudem die Übertragung des Ergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 1 Million VersorgungsempfĂ€ngerinnen und VersorgungsempfĂ€nger.

Behörde: Belastungen von rund vier Milliarden Euro pro Jahr

Die Forderungen der Gewerkschaften hĂ€tten nach Angaben der Finanzbehörde in Hamburg fĂŒr die BeschĂ€ftigten der LĂ€nder Lohnerhöhungen von bis zu 12,3 Prozent zur Folge und wĂŒrden die LĂ€nder jĂ€hrlich mit rund 4 Milliarden Euro belasten. Einschließlich der geforderten Übertragung auf den Beamtenbereich ergĂ€ben sich demnach gar Kosten in Höhe von rund 12,6 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Verhandlungen mit der TdL fĂŒr rund 1,2 Millionen TarifbeschĂ€ftigte im öffentlichen Dienst der LĂ€nder beginnen am 3. Dezember in Berlin. Hessen ist wegen eines anderen Tarifwerks nicht betroffen. Der TdL-Vorsitzende Dressel fĂŒhrt die Verhandlungen auf LĂ€nderseite.

@ dpa.de