Vonovia-Chef, BeschrÀnkung

Vonovia-Chef fordert BeschrÀnkung von Mietregulierung

17.06.2026 - 11:34:20 | dpa.de

Der Vorstandsvorsitzende des grĂ¶ĂŸten deutschen Wohnungskonzerns, Vonovia DE000A1ML7J1, Luca Mucic, hat sich fĂŒr eine Reform der Mietregulierung ausgesprochen.

"Ich glaube, dass wir stĂ€rker sozial differenzieren mĂŒssen", sagte Mucic bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in DĂŒsseldorf. Er plĂ€diere fĂŒr eine zielgerichtetere Regulierung.

Der Manager schlug vor, die Kappungsgrenzen zu erhöhen und die Mietpreisbremse zu reformieren und festzulegen, dass die großen privaten Wohnungsunternehmen ein Drittel Ihrer BestĂ€nde an sozial bedĂŒrftige Mieter mit Wohnberechtigungsschein vermieten mĂŒssten. An Menschen in diesem Drittel mĂŒsste frei werdender Wohnraum dann immer vorrangig vermietet werden. Zur Not mĂŒsse es auch weitergehende BeschrĂ€nkungen geben, was die Preisentwicklung angehe.

Vorschlag: Regulierung fĂŒr ein Drittel, ansonsten freie Mietpreise

Im Gegenzug sollen nach Ansicht von Mucic diese Regeln fĂŒr die anderen zwei Drittel abgeschafft und die Preisbildung liberalisiert werden. Dies solle mit einem HĂ€rtefallmanagement verbunden werden, sagte Mucic weiter. FĂŒr Mieter, die mit der Liberalisierung ein Problem bekĂ€men, sollten sozial ausgewogene Einzelfallregelungen geprĂŒft werden. In der Breite wĂŒrden solche Neuregelungen Investitionen in Neubau in verschiedenen QualitĂ€ten wesentlich interessanter fĂŒr bauende und verwaltende Unternehmen machen, so Mucic.

Bei der Kappungsgrenze geht es um die zulÀssige Mieterhöhung wÀhrend eines laufenden MietverhÀltnisses. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt regelt die Mietpreisbremse die zulÀssige Miete bei Abschluss eines neuen Mietvertrags.

Mucic schlÀgt HÀrtefallregeln vor

Das nach Einkommen obere Drittel der Mieter werde im Zweifel kein Problem mit einer solchen Neureglung haben, so Mucic. "Im Bestand knapp oberhalb des unteren Drittels könnte es sein, dass es dann eben aufgrund der sicherlich zu erwartenden deutlich höheren Mietpreisentwicklung zu HĂ€rtefĂ€llen kommt." Diese mĂŒssten dann sozial angemessen und ausgewogen gelöst werden.

Der Vonovia-Chef begrĂŒndete seinen Vorstoß damit, dass sich die Mietpreisbremse seiner Ansicht nach "nicht als wirklich tauglich erwiesen" habe, das Problem von zu wenig Wohnungsneubauten zu lösen.

Vonovia-Manager gegen Abschaffung von Mietpreisbremse

Der Manager sprach sich allerdings gegen eine ersatzlose Abschaffung der Mietpreisbremse aus. Zwar sei es ein Eingriff in den Markt, der die Preisfindung kĂŒnstlich beschrĂ€nke. "Aber da muss man den Wahrheiten ins Gesicht sehen. Ohne das haben Sie ein noch massiveres soziales Problem."

Vonovia bewirtschaftete Ende MĂ€rz in Deutschland knapp 471.000 eigene Wohnungen. In Schweden waren es rund 40.000 und in Österreich etwa 20.000, zusammen also knapp 531.000 Wohnungen. Die monatliche Durchschnittsmiete in Deutschland lag Ende MĂ€rz bei 8,26 Euro pro Quadratmeter, 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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