WasserstoffgeschÀft gerÀt ins Stocken
15.05.2024 - 10:39:47Beim NeugeschĂ€ft bekam das zum Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 gehörende Unternehmen eine zunehmende InvestitionszurĂŒckhaltung in dem Bereich zu spĂŒren. Nucera senkte daher am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen fĂŒr das zweite GeschĂ€ftsquartal die Erwartungen fĂŒr das WasserstoffgeschĂ€ft fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr sowie fĂŒr 2024/25. FĂŒr den Konzern wurde der Umsatzausblick konkretisiert.
Der Finanzmarkt zeigte sich ĂŒberrascht. Die im SDax DE0009653386 notierte Aktie rutschte um knapp zehn Prozent ab. FĂŒr die Deutsche Bank kommt die Entwicklung dagegen nicht gĂ€nzlich unerwartet. Die Senkung sei allerdings nicht in den KonsensschĂ€tzungen eingepreist. Daran schloss sich Erwan Kerouredan von der Investmentbank RBC an, lobte aber zugleich grundsĂ€tzlich gute Fortschritte.
Thyssenkrupp verlor mehr als sieben Prozent. Zwischenzeitlich fielen die Scheine fast auf ihr Rekordtiefniveau. Der Industriekonzern hat am selben Tag durchwachsene Zahlen vorgelegt und wegen der KonjunkturschwĂ€che den Ausblick fĂŒr Umsatz und Konzernergebnis gesenkt.
Es zeigten sich immer deutlicher Verzögerungen bei der finalen Investitionsentscheidung bei vielen potenziellen Kunden, teilte Thyssenkrupp Nucera mit. "Derzeit beobachten wir in Europa und Nordamerika eine Diskrepanz zwischen ursprĂŒnglich geplanten Projekten und finalen Investitionsentscheidungen ĂŒber die notwendigen Elektrolyse-KapazitĂ€ten", kommentierte der Leiter des Bereichs, Christoph Noeres. Viele Investoren warteten zudem die Gestaltung von regulatorischen Auflagen ab. Noeres monierte auch das Tempo der Förderzusagen und forderte den Abbau solcher "Investitionshemmnisse".
Im zweiten Quartal (per Ende MĂ€rz) sank der Auftragseingang daher um 42 Prozent auf 75,3 Millionen Euro, wobei dafĂŒr alleine das WasserstoffgeschĂ€ft mit einem Minus im NeugeschĂ€ft von 86 Prozent beitrug. Nucera senkt seine Umsatzerwartungen fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr auf 500 Millionen bis 550 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen 600 bis 700 Millionen in Aussicht gestellt. Auch im kommenden GeschĂ€ftsjahr 2024/25 geht Nucera von weniger Umsatz als gedacht aus: 700 bis 800 Millionen Euro stehen nun auf dem Zettel, nach ursprĂŒnglich geplanten 850 bis 950 Millionen. Und auch das Erreichen der Gewinnschwelle steht im kommenden GeschĂ€ftsjahr auf der Kippe. Dem will Nucera nur noch "nahekommen".
Die schwĂ€cheren Aussichten fĂŒr das WasserstoffgeschĂ€ft machen sich auch im Konzernumsatz bemerkbar: Hier konkretisierte das Unternehmen seine Prognose fĂŒr das laufende Jahr und erwartet 820 bis 900 Millionen Euro. Das liegt unter den Analystenerwartungen. Bislang hatte Nucera einen Anstieg im mittleren zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Hohe Anlaufkosten fĂŒr den Hochlauf des WasserstoffgeschĂ€fts dĂŒrften voraussichtlich zu einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich fĂŒhren, bekrĂ€ftigte Nucera.
Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 168 Millionen Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Investitionen in den Ausbau der Wasserelektrolyse sorgten im Quartal fĂŒr einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 10,6 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 2,3 Millionen im Vorjahr. Dank eines besseren Finanzergebnisses lag das Minus unter dem Strich bei 7,2 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 3,6 Millionen ein Jahr zuvor. Analysten hatten sich bessere Zahlen erhofft.

