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Verband: Deutscher Weinanbau steckt 'in historischer Krise'

26.12.2025 - 15:07:00

Der Weinanbau in Deutschland gerÀt nach Branchenangaben weiter in Not.

"WĂ€hrend die Ernte 2025 qualitativ als außergewöhnlich gut gilt, steckt die Branche wirtschaftlich in einer historischen Krise", heißt es in einem Marktbericht des Deutschen Bauernverbands zum Jahreswechsel, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die wirtschaftliche Lage sei "dramatisch". So hÀtten Fassweinpreise von 40 bis 60 Cent pro Liter weit unter den Produktionskosten von rund 1,20 Euro gelegen.

BauernprĂ€sident Joachim Rukwied erlĂ€utert in dem Bericht, der Weinbau sei in der grĂ¶ĂŸten Krise seit Jahrzehnten. "Aufgrund der schlechten Marktlage gehen wir davon aus, dass wir RebflĂ€chen in erheblichem Umfang verlieren werden." Der Marktanteil des deutschen Weins im Inland sei auf 41 Prozent gesunken, heißt es in dem Bericht. ZusĂ€tzlich sei der Export durch Zölle der USA als wichtigstem Absatzmarkt fĂŒr deutschen Wein belastet worden.

Niedrigste Erntemenge seit 2010

Die Weinernte 2025 lag demnach mit 7,3 Millionen Hektolitern um 16 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt. Dies war die niedrigste Erntemenge seit 2010. Besonders betroffen seien die großen Anbaugebiete Rheinhessen, Pfalz, Baden und WĂŒrttemberg, die teils Mengeneinbußen von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gehabt hĂ€tten. "Dagegen konnten Regionen wie die Mosel, Sachsen und Saale-Unstrut nach dem Frostjahr 2024 deutliche ZuwĂ€chse verzeichnen."

Alle 13 deutschen Anbaugebiete hĂ€tten "eine außergewöhnlich hohe TraubenqualitĂ€t" gemeldet, heißt es in dem Bericht. "Die Weine des Jahrgangs 2025 gelten als aromatisch, konzentriert und elegant. Kleine Beeren und intensive Selektion fĂŒhrten zu hoher QualitĂ€t, aber reduzierten Mengen." Fast zwei Drittel (64 Prozent) des Weins werden ĂŒber SupermĂ€rkte verkauft.

"Massive Belastung" durch höheren Mindestlohn

Zu schaffen machen Weinbaubetrieben demnach auch strukturelle Probleme. "SaisonarbeitskrĂ€fte sind immer schwerer zu finden, und die Lohnkosten ĂŒbersteigen in vielen Betrieben die erzielbaren Erlöse", heißt es im Bericht. Der steigende Mindestlohn sei eine "zusĂ€tzliche massive Belastung". Besonders Winzer mit FlĂ€chen in Steillagen seien davon betroffen, da die Bewirtschaftung dort kaum mechanisiert werden könne.

Angesichts der Lage auf dem deutschen Weinmarkt ruft der BauernprÀsident die Verbraucher auf, mehr heimischen Wein zu trinken. "Ich appelliere an die Verbraucherinnen und Verbraucher: trinkt mehr deutschen Wein", sagte er der "Rheinischen Post". "Wir bieten QualitÀten, die locker mit Weinen aus Frankreich, Spanien oder Italien mithalten können."

@ dpa.de