Frankfurt Schluss: Deutliche Verluste - Ölpreis über 100 Dollar
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 18:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Leitindex Dax DE0008469008 fiel am Mittwoch bei hohen Umsätzen um 1,66 Prozent auf 25.576,45 Punkte und rutschte damit auf das Niveau von Ende Juli. Für den MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsentitel ging es um 1,43 Prozent auf 32.078,48 Zähler nach unten.
Der Preis für ein Fass der Referenzsorte Brent aus der Nordsee ließ am Mittwoch die Marke von 100 US-Dollar hinter sich. Raffinierte Produkte wie Diesel legten noch stärker zu, da sich der Konflikt im Nahen Osten bis ins Rote Meer nahe Saudi-Arabien ausgeweitet hat. Die europäischen Erdgaspreise stiegen den vierten Handelstag in Folge.
Die Investoren fürchteten weitere Störungen der Ölproduktion und -transporte und preisten folglich höhere Energiepreise für längere Zeit ein, schrieb Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank. "Die Skepsis nimmt zu, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen".
Die Marktteilnehmer dürften sich aber auch mit Blick auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag mit Aktienkäufen zurückgehalten haben. Erwartet wird die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Höhere Zinsen lassen Aktien gegenüber festverzinslichen Anleihen weniger attraktiv erscheinen.
Mit Blick auf Einzelwerte hatte die Deutsche Börse DE0005810055 eine Wandelanleihe platziert. Damit sollen allgemeine Unternehmenszwecke und Verbindlichkeiten finanziert werden. Die Aktien des Börsenbetreibers verloren 2,3 Prozent.
Die Deutsche Bank hatte die Papiere von Beiersdorf DE0005200000 zum Verkauf empfohlen. Die europäischen Konsumgüterkonzerne notierten relativ zum Gesamtmarkt auf dem tiefsten Niveau seit 18 Jahren, schrieb Experte Tom Sykes. Daher stelle er zwar wieder und wieder seine Underperformance-These auf den Prüfstand. Unglücklicherweise aber dürften die Geldbeutel der Konsumenten dem Wirtschaftswachstum auch künftig nicht folgen können, was die Gewinne und Bewertungen der Branche weiter unter Druck setze. Die Anteilsscheine von Beiersdorf fielen ebenfalls um 2,3 Prozent.
Unter den wenigen Gewinnern im Dax legten die Papiere von RWE DE0007037129 um 1,7 Prozent zu. Am Markt wurde auf einen Stromabnahmevertrag zwischen dem Suchmaschinenbetreiber Google US02079K1079 und dem finnischen Energieversorger Fortum FI0009007132 verwiesen. Die Vereinbarung untermauere für die Versorgungsunternehmen in der Europäischen Union das Thema "Energie für Künstliche Intelligenz", schrieb Experte Ahmed Farman vom Analysehaus Jefferies. Er sprach von einem positiven Signal nicht zuletzt für RWE. Die Essener hätten bereits auf die potenziellen Chancen durch die Nachfrage von Rechenzentren hingewiesen.
Als Schlusslicht im MDax sackten die Aktien des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 DE000A2LQ884 um 6,5 Prozent ab. Für Verunsicherung hatte offenbar gesorgt, dass der Finanzchef Christian Wallentin sein Amt aus familiären Gründen niederlegt. Mitgründer und Vorstandschef Christian Bertermann übernimmt bis zur Nachbesetzung die Verantwortung für das Ressort.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 büßte 1,58 Prozent auf 6.311,56 Punkte ein. Außerhalb der Eurozone gingen der FTSE 100 GB0001383545 in London und der SMI CH0009980894 in Zürich ebenfalls schwach aus dem Handel. In New York gab der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss um knapp ein Prozent nach./la/nas
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
