FlÀchenbrÀnde verursachen weltweit immer immensere SchÀden
05.10.2025 - 15:02:25Von den 200 BrĂ€nden mit den höchsten wirtschaftlichen SchĂ€den im Zeitraum 1980 bis 2023 ereigneten sich 43 Prozent ab 2015, wie ein Forschungsteam im Fachjournal "Science" berichtet. Besonders anfĂ€llig waren Wald- und Buschgebiete mit Mittelmeerklima sowie NadelwĂ€lder im gemĂ€Ăigten Klima und boreale WĂ€lder wie die Taiga.
"Trotz der VerschĂ€rfung der Brandsaisons fehlen weltweit Belege fĂŒr Trends bei sozial und wirtschaftlich verheerenden WaldbrĂ€nden, was teilweise auf spĂ€rliche systematische Aufzeichnungen zurĂŒckzufĂŒhren ist", schreiben die Studienautoren. Die Gruppe um Calum Cunningham von der University of Tasmania in Hobart (Australien) nutzte nun Daten der öffentlich zugĂ€nglichen Katastrophendatenbank EM-DAT und der Datenbank NatCatService von Munich Re, einem der gröĂten RĂŒckversicherer fĂŒr Versicherungen weltweit. NatCatService enthĂ€lt Daten zu Naturkatastrophen seit 1980.
Die Forscher ermittelten, dass es im Untersuchungszeitraum (1980 bis 2023) 85 FlÀchenbrÀnde mit zehn oder mehr Todesopfern gab. Die HÀufigkeit schwerer wirtschaftlicher Katastrophen durch FlÀchenbrÀnde habe von 1980 bis 2023 um das 4,4-Fache zugenommen. Von den 43 BrÀnden in diesem Zeitraum, die wirtschaftliche SchÀden von mehr als einer Milliarde US-Dollar verursacht haben, ereigneten sich der Analyse zufolge 51 Prozent seit 2015.
Das Jahr 2018 sticht heraus
Um die SchÀden zwischen den LÀndern vergleichbar zu machen, setzten die Forscher die Schadenssumme ins VerhÀltnis zum jeweiligen Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Am höchsten war der weltweite Schaden demnach 2018: In diesem Jahr war der Schadensanteil 5,1-mal höher als im 44-Jahres-Durchschnitt. Er belief sich auf 28,3 Milliarden US-Dollar und machte 0,03 Prozent des globalen BIP aus.
GroĂe BrĂ€nde gab es weltweit, doch einige Regionen mit besonderen klimatischen Bedingungen waren besonders hĂ€ufig betroffen. Katastrophen konzentrierten sich vor allem auf die mediterranen Wald-, Wald- und Buschlandökosysteme (Europa, SĂŒd-SĂŒdamerika, Westen der USA, SĂŒdafrika und SĂŒd-Australien) sowie die gemĂ€Ăigten NadelwĂ€lder (vor allem West-Nordamerika).
"An eine feuergefÀhrlichere Welt anpassen"
In Regionen mit Mittelmeerklima traten Brandkatastrophen 12,1-mal hĂ€ufiger auf als anhand der FlĂ€che erwartbar gewesen wĂ€re; die gemĂ€Ăigten NadelwĂ€lder brannten 4,3-mal hĂ€ufiger als zu erwarten gewesen wĂ€re.
Als Ursachen fĂŒr die Entwicklung sehen die Forscher vor allem den Klimawandel an: "Extreme Tage sind von 1980 bis 2023 trockener geworden, was zu einem erhöhten Brandpotenzial fĂŒhrt", schreiben sie. Doch auch Missmanagement, etwa das zunehmende Bauen in brandgefĂ€hrdeten Gebieten, oder eine VerĂ€nderung der Landnutzung tragen Cunningham und Kollegen zufolge zu höheren SchĂ€den durch BrĂ€nde bei. Die Entwicklung erfordere es, sich an eine feuergefĂ€hrlichere Welt anzupassen.

