Aktien Wien Schluss: Satte ZuwÀchse in fast allen Branchen
14.12.2023 - 18:20:45Der heimische Leitindex ATX gewann starke 1,77 Prozent auf 3356,14 Punkte. An den europÀischen Leitbörsen gab es hingegen nach deutlichen Verlaufsgewinnen einen Stimmungsdreh zu sehen und die ZuwÀchse wurden im SpÀthandel merklich eingedÀmmt.
Thema des Handelstages war international die wie erwartet ausgefallene EZB-Leitzinsentscheidung. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) lĂ€sst die Zinsen im Euroraum zum zweiten Mal in Folge unverĂ€ndert. Der Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der Notenbank besorgen können, bleibt nach einer Entscheidung des EZB-Rates bei 4,5 Prozent. Zudem kĂŒndigten die WĂ€hrungshĂŒter an, dass sie nicht ĂŒber eine Zinssenkung diskutiert hatten. Dies wurde von den internationalen Aktienanlegern wohl negativ aufgenommen.
Im FrĂŒhhandel hatten vor allem die gestiegenen US-Zinssenkungserwartungen beflĂŒgelt. Am Vorabend hatte die Fed die Zinsen ebenfalls unverĂ€ndert belassen und Notenbankchef Jerome Powell Zinssenkungen im neuen Jahr signalisiert.
Am heimischen Aktienmarkt gingen die Kursgewinne quer durch fast alle Branchen. Die stÀrksten ZuwÀchse wiesen Lenzing und Wienerberger mit satten Gewinnen von 8,7 bzw. neun Prozent auf. Die Titel des Leuchtenherstellers Zumtobel steigerten sich um 5,4 Prozent. Unter den Schwergewichten stÀrkten sich voestalpine um 5,1 Prozent. Im Technologiebereich zogen AT&S um 3,8 Prozent hoch. Die Papiere des Papierkonzerns Porr verbuchten ein Plus von ebenfalls 3,8 Prozent.
Unter den schwergewichteten Banken verbilligten sich Erste Group gegen den allgemeinen Trend um 2,4 Prozent. BAWAG legten drei Prozent zu und die AktionÀre der Raiffeisen Bank International konnten ein Plus von 1,4 Prozent verbuchen.
Im Telekombereich ermĂ€Ăigten sich hingegen Telekom Austria um 1,3 Prozent. Europaweit prĂ€sentierte sich der Telekomsektor erneut in schwacher Verfassung.
Mit einer Zahlenvorlage rĂŒckte EVN ins Blickfeld der Anleger. Der niederösterreichische Energieversorger hat seinen Gewinn im Wirtschaftsjahr 2022/23 mehr als verdoppelt. Das Konzernergebnis stieg von 209,6 Millionen auf 529,7 Millionen Euro. Nach der Ergebnisvorlage bekrĂ€ftigte die Erste Group ihre positive EinschĂ€tzung zur EVN-Aktie. Diese reagierte mit plus 3,4 Prozent.
DO&CO schlossen mit plus 1,2 Prozent auf 132,80 Euro. Hier haben die Analysten der Erste Group ihre Kaufempfehlung ("Buy") fĂŒr die Aktien des Caterers bestĂ€tigt. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 147,0 auf 165,0 Euro erhöht.
OMV verbuchten einen Aufschlag von 2,8 Prozent. Die Fusion der beiden Petrochemie-Sparten der OMV und des staatlichen Ălkonzerns Adnoc aus Abu Dhabi ist Insidern zufolge praktisch unter Dach und Fach. Die Vereinbarung ĂŒber den Zusammenschluss von Borealis und der börsennotierten Borouge stehe kurz bevor, sagten zwei mit den PlĂ€nen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. An Borealis ist OMV mit 75 und Adnoc mit 25 Prozent beteiligt, an Borouge halten Adnoc 54 Prozent und Borealis 36 Prozent. Das entstehende Unternehmen werde mit rund 30 Milliarden Dollar bewertet, sagte einer der Insider.

