ROUNDUP, Schaeffler

Schaeffler geht mit Vorsicht ins neue Jahr - Aktie lÀsst Luft ab

03.03.2026 - 09:37:55 | dpa.de

Der Zulieferer Schaeffler DE000SHA0100 blickt nach einem schwierigen Lauf 2025 mit Vorsicht auf das neue Jahr.

Beim Umsatz sind den EinschĂ€tzungen des Vorstands zufolge keine SprĂŒnge zu erwarten, bei der ProfitabilitĂ€t zeigte sich Chef Klaus Rosenfeld am Dienstag ebenfalls zurĂŒckhaltend. Schwierig bleibt vor allem das GeschĂ€ft mit den herkömmlichen Auto-Antrieben. Von der E-MobilitĂ€t hingegen und der Ersatzteilsparte rechnen sich die Franken Schub aus. Rosenfeld treibt zudem die Zukunftsfelder humanoide Roboter und RĂŒstung voran. Im vergangenen Jahr blieb es unter dem Strich aber noch bei roten Zahlen. Die in diesem Jahr bisher gut gelaufene Aktie verlor deutlich.

Der Kurs gab um 15 Prozent nach und machte damit einen Großteil seiner Gewinne im bisherigen Jahr wieder zunichte. Das Papier hatte in diesem Jahr zuvor vor allem wegen der Fantasie rund um das GeschĂ€ft mit humanoiden Robotern einen Satz nach oben gemacht. Auf Sicht von einem Jahr hatte sich der Kurs sogar in etwa verdoppelt.

JPMorgan-Experte Jose Asumendi fĂŒhrte in seiner Analyse des Zahlenwerks das ĂŒberraschend niedrige operative Ergebnis im vierten Quartal auf die Sparte mit Rand- und ZukunftsgeschĂ€ften sowie die Antriebssparte zurĂŒck. Alles in allem seien die Resultate aber solide.

Rosenfeld peilt im neuen Jahr bei einem geplanten Umsatz von 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro eine bereinigte operative Marge vor Zinsen und Steuern (ber Ebit-Marge) von 3,5 bis 5,5 Prozent an, wie das SDaxDE0009653386-Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Analysten rechneten bisher mit Werten in der oberen HĂ€lfte der Spannen.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,4 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro zurĂŒck. Beim operativen Ergebnis konnte Schaeffler dagegen auch dank des Sparkurses um 11,1 Prozent auf 936 Millionen Euro zulegen, die Marge zog um einen halben Prozentpunkt auf 4,0 Prozent an. Im vierten Quartal schnitt Schaeffler damit aber schwĂ€cher ab als von Fachleuten gemeinhin gedacht.

Unter dem Strich sorgten 2025 hohe Sonderbelastungen aus dem Konzernumbau mit Stellenstreichungen und aus der Umstellung von Softwaresystemen erneut fĂŒr rote Zahlen, der Konzernverlust belief sich auf 424 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Schaeffler wegen der Übernahme von Vitesco noch einen höheren Verlust von 632 Millionen Euro ausgewiesen. Die Dividende soll trotz des Nettoverlusts dank eines verbesserten Finanzmittelzuflusses um 5 Cent auf 0,30 Euro steigen.

Den sogenannten Free Cashflow vor Zahlungen fĂŒr Zu- und VerkĂ€ufen von Unternehmensteilen steigerte Schaeffler deutlich. 2025 flossen dem Unternehmen 266 Millionen Euro zu und damit noch einmal etwas mehr, als im zuletzt schon erhöhten Prognoseband vorgesehen war. Ein Jahr zuvor hatte die Kassenbilanz einen Abfluss von 694 Millionen Euro ausgewiesen. Schaeffler trat vor allem bei den Investitionen auf die Bremse und gab rund eine halbe Milliarde Euro weniger dafĂŒr aus. Eine wachsende Ertragskraft sowie ein Auge auf das betriebsgebundene Kapital etwa fĂŒr VorrĂ€te stĂŒtzten die Zahlen ebenfalls.

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