Telekom, Aktie

Deutsche Telekom Aktie: Rückkauf endet, Kurspuffer fällt weg

28.06.2026 - 21:05:02 | boerse-global.de

Das Aktienrückkaufprogramm der Telekom endet vorerst, während Fusionsspekulationen um T-Mobile US den Kurs nahe des Jahrestiefs drücken.

Deutsche Telekom: Aktienrückkauf pausiert, Fusionsgerüchte belasten
Telekom - Abstraktes Netzwerk aus leuchtenden Glasfasern und Datenströmen, das eine Stimmung der Unsicherheit und des Übergangs widerspiegelt. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab Dienstag fehlt der Deutschen Telekom ein verlässlicher Käufer auf dem Parkett. Die aktuelle Tranche des Aktienrückkaufprogramms endet am 30. Juni. Das passiert zu einer Unzeit. Die Papiere notieren nur knapp über ihrem Jahrestief. Fusionsspekulationen rund um die US-Tochter belasten die Stimmung.

Rückkauf pausiert am Tiefpunkt

Seit April hat der Konzern rund 17 Millionen eigene Aktien vom Markt genommen. Das Volumen dieser abgelaufenen Phase lag bei 550 Millionen Euro. Wann genau die dritte Tranche startet, lässt das Management bisher offen. Die Folge: Bis auf Weiteres fehlt ein regelmäßiger Nachfrager.

Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 26,31 Euro. Damit trennen den Kurs nur gut zwei Prozent vom 52-Wochen-Tief. Seit dem Jahreshoch im Februar verlor der Titel rund 23 Prozent an Wert.

Fusions-Szenario sorgt für Unruhe

Den Kurs belasten vor allem Berichte über eine vollständige Fusion mit T-Mobile US. Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt der Vorstand eine multinationale Holdinggesellschaft. Diese Struktur würde ein Doppellisting in Europa und den USA ermöglichen. Das Unternehmen hat diese Pläne bisher nicht bestätigt.

Ein solcher Deal wäre komplex. Die Telekom muss die Minderheitsaktionäre der US-Tochter überzeugen. Diese scheuen offenbar das Risiko des margenschwächeren Europageschäfts. T-Mobile US steuert mittlerweile fast zwei Drittel des Gesamtumsatzes bei.

Ein weiterer Machtfaktor sitzt in Berlin. Der deutsche Staat und die KfW halten zusammen rund 28 Prozent der Anteile. Ohne ihre Zustimmung läuft bei einer solchen Transaktion nichts.

Operativ auf Kurs

Die strategische Ungewissheit überlagert ein solides operatives Fundament. Im ersten Quartal stieg der organische Nettoumsatz auf knapp 30 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis legte um fast acht Prozent zu. Daraufhin hob der Vorstand die Jahresziele an.

Der Konzern rechnet nun mit rund 47,5 Milliarden Euro beim bereinigten Betriebsergebnis. Der freie Cashflow soll auf über 19,8 Milliarden Euro steigen. Die Ratingagentur Fitch honorierte diese Stärke kürzlich und stufte die Kreditwürdigkeit auf ein A-Rating hoch.

Am 6. August präsentiert die Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal. Bis zu diesem Termin müssen Anleger ohne den Kurspuffer des Aktienrückkaufs auskommen. Solange die Fusionsfrage ungeklärt bleibt, dürfte sie die fundamentale Stärke weiter in den Hintergrund drängen.

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