Deutschland fehlt Millionen altersgerechter Wohnungen
10.02.2026 - 17:27:12Deutschland fehlt mindestens zwei Millionen altersgerechte Wohnungen. Experten warnen vor einer eskalierenden „grauen Wohnungsnot“, die Hunderttausende Senioren trifft. Der demografische Wandel verschärft die Krise unaufhaltsam.
Die alarmierende Lücke: Zwei Millionen Wohnungen zu wenig
Die Zahl von 500.000 fehlenden Seniorenwohnungen ist nur die Spitze des Eisbergs. Aktuelle Studien offenbaren das wahre Ausmaß:
* Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert den Fehlbestand auf mindestens zwei Millionen Wohnungen.
* Das Pestel-Institut kommt auf 2,2 Millionen.
Das Problem liegt auch in der Ausstattung: Nur etwa 1,5 Prozent aller deutschen Wohnungen galten zuletzt als barrierearm. Die meisten Senioren leben in Wohnungen, die sie vor Jahrzehnten bezogen haben – ohne stufenlose Zugänge, ebenerdige Duschen oder breite Türen für Rollatoren.
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Demografie als Brandbeschleuniger
Deutschland altert schneller, als Wohnungen gebaut werden können. Bis 2040 werden Prognosen zufolge rund 3,3 Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt. Die Krise wird durch einen „Remanenzeffekt“ verschärft: Ältere Menschen bleiben oft in großen, nicht barrierefreien Wohnungen, weil es keine passenden und bezahlbaren Alternativen gibt. Das blockiert Wohnraum für Familien und verschärft die individuelle Not.
Warum der Ausbau ins Stocken gerät
Hohe Kosten und Bürokratie bremsen den dringend benötigten Wohnungsbau. Der Neubau oder Umbau zur Barrierefreiheit verursacht erhebliche Mehrkosten. Zwar gibt es Förderprogramme, etwa von der KfW, doch sind die Mittel oft schnell erschöpft. Experten fordern seit langem ein milliardenschweres „Alterswohnprogramm“. Die allgemeine Bausektor-Krise mit hohen Zinsen und Materialkosten hat die Fertigstellungszahlen zusätzlich einbrechen lassen.
Teure Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft
Der Wohnungsmangel hat gravierende Konsequenzen. Ist die Wohnung nicht barrierefrei, steigt das Risiko von Stürzen und die Abhängigkeit von Pflege. Fehlen die baulichen Voraussetzungen für ambulante Versorgung, bleibt oft nur der ungewollte Umzug ins Pflegeheim. Das belastet die Betroffenen persönlich und die Sozialkassen finanziell, denn stationäre Pflege ist deutlich teurer. Investitionen in altersgerechten Wohnraum entlasten daher auch die Pflegesysteme.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Kann die „graue Wohnungsnot“ noch abgewendet werden? Die Immobilienwirtschaft fordert von der Politik entschlossenes Handeln: Strukturreformen, vereinfachte Bauvorschriften und stärkere steuerliche Anreize. Die Einführung eines unbürokratischeren Gebäudetyps und harmonisierte Landesbauordnungen könnten den Bau beschleunigen. Staatliche Förderprogramme müssen massiv aufgestockt werden. Ohne diese nationale Kraftanstrengung droht die Versorgungskrise zum größten ungelösten Sozialproblem Deutschlands zu werden.


