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Deutschland erzielt Einnahmerekord im Emissionshandel

07.01.2026 - 07:35:04 | dpa.de

Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Einnahmerekord mit dem Verkauf von Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten erzielt.

Aus dem europÀischen und dem nationalen Emissionshandel kamen 2025 mehr als 21,4 Milliarden Euro zusammen, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) in Berlin mitteilte. 2024 lag der Wert bei 18,5 Milliarden. Die DEHSt gehört zum Umweltbundesamt (UBA).

Das Geld fließt vollstĂ€ndig in den Klima- und Transformationsfonds, aus dem Energiewende- und Klimaschutz-Maßnahmen finanziert werden. Mit dem Geld wird etwa die energetische GebĂ€udesanierung gefördert, der Umbau der Industrie Richtung KlimaneutralitĂ€t, die Wasserstoffwirtschaft oder der Ausbau des LadesĂ€ulennetzes fĂŒr Elektroautos.

Insgesamt schon mehr als 100 Milliarden Euro erlöst

Emissionsberechtigungen werden seit 2008 verkauft. Die seitdem erzielten Gesamterlöse ĂŒberschritten den Angaben zufolge im Dezember die 100-Milliarden-Euro-Marke.

"Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorĂŒbergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt", sagte UBA-PrĂ€sident Dirk Messner laut Mitteilung. Zusammen mit anderen Maßnahmen setze die CO2-Bepreisung entscheidende Impulse fĂŒr den klimaschonenden Umbau der Gesellschaft.

Pro Tonne Kohlendioxid ist ein Zertifikat nötig

Die Bepreisung von Treibhausgasen soll Wirtschaft und Verbrauchern einen Anreiz geben, weniger fossile Brennstoffe zu verwenden. Es gibt ein europĂ€isches und ein nationales Handelssystem. Kraftwerke, große Industrieanlagen, der innereuropĂ€ische Luftverkehr sowie der Seeverkehr benötigen die europĂ€ischen Berechtigungen. Pro Tonne ausgestoßenem CO2 mĂŒssen sie ein Zertifikat bei der Emissionshandelsstelle abgeben.

Erwerben können sie diese Verschmutzungsrechte unter anderem bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig. Im europÀischen Emissionshandel wird die Menge der zugeteilten Berechtigungen jÀhrlich gesenkt, um die Emissionen schrittweise immer stÀrker zu begrenzen. Die europÀischen Zertifikate kosteten 2025 im Schnitt 73,86 Euro (2024: 65 Euro)

Abgabe wird auch auf Verbrennung von AbfÀllen erhoben

Im nationalen Emissionshandelssystem geht es darum, den klimaschĂ€dlichen CO2-Ausstoß in den Bereichen WĂ€rme und Verkehr zu senken. Erfasst werden die Brennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, FlĂŒssig- und Erdgas sowie Kohle. Seit 2024 wird die Abgabe auch auf die Verbrennung von AbfĂ€llen erhoben.

Die CO2-Abgaben werden etwa bei den Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralölindustrie erhoben, die diese dann an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterreichen. Im Unterschied zu den europĂ€ischen Zertifikaten werden die nationalen bislang nicht verknappt. Außerdem waren die Preise fĂŒr die Berechtigungen bislang festgelegt.

Versteigerungen an Leipziger Energiebörse EEX

Im europÀischen Handel beliefen sich die Auktionserlöse 2025 auf 5,4 Milliarden Euro (2024: 5,5 Milliarden Euro). Im nationalen Handel wurden 16 Milliarden Euro eingenommen, rund drei Milliarden Euro mehr als 2024.

Hauptgrund fĂŒr den Anstieg war der höhere Preis der nationalen Berechtigungen: Kosteten die Zertifikate je Tonne Kohlendioxid 2024 noch 45 Euro, waren es ein Jahr spĂ€ter 55 Euro. Im neuen Jahr werden erstmals auch die nationalen Berechtigungen versteigert. Sie sollen mindestens 55 Euro und höchstens 65 Euro kosten. Die Versteigerungen an der Leipziger Energiebörse EEX sollen laut DEHSt im Juli beginnen.

Der nationale Emissionshandel soll ab 2028 durch einen europĂ€ischen Emissionshandel fĂŒr Brennstoffe grĂ¶ĂŸtenteils abgelöst werden. Die EinfĂŒhrung war ursprĂŒnglich schon fĂŒr 2027 vorgesehen. Sie wurde aber verschoben, um große PreissprĂŒnge fĂŒr Verbraucher beim Tanken und Heizen vorerst zu vermeiden.

GebÀude und Verkehr: "Deutlich zu hohes Emissionsniveau"

Verkauft wurden 2025 insgesamt 294 Millionen (2024: 295 Millionen) nationale Berechtigungen. "Die umfangreichen Verkaufsmengen spiegeln das mit Blick auf die Klimaziele deutlich zu hohe Emissionsniveau im GebĂ€ude- und Verkehrsbereich wider", sagte der kommissarische Leiter des UBA-Fachbereichs Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle, Christoph KĂŒhleis, laut der Mitteilung. "Der klimapolitische Handlungsdruck ist in diesen Sektoren enorm." Der Experte Ă€ußerte sich in diesem Zusammenhang kritisch zur Verschiebung des europĂ€ischen Emissionshandels fĂŒr Brennstoffe um ein Jahr. Sie verlangsame den Modernisierungsprozess und erschwere damit das Erreichen der deutschen und europĂ€ischen Klimaschutzziele.

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