Deutschland Hochburg bei E-Bikes in Europa - Preise sinken
24.06.2025 - 05:59:32Mit E-Bikes wurde hierzulande 2024 ein Umsatz von knapp 5,4 Milliarden Euro erzielt - fast die HĂ€lfte des Umsatzes mit Elektro-RĂ€dern in ganz Europa (12 Mrd. Euro). Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY.
Demnach steuerten E-Bikes in Deutschland 86 Prozent des Gesamtumsatzes mit FahrrĂ€dern bei - mehr als in Ăsterreich (77), den Niederlanden (72) und Frankreich (58). In Spanien standen E-Bikes nur fĂŒr 39 Prozent des Umsatzes. Dort waren 18 Prozent der verkauften FahrrĂ€der E-Bikes, in Deutschland dagegen mehr als jedes Zweite (54 Prozent). Hierzulande sind fast alle Arten von RĂ€dern elektrifiziert- vom Lastenrad bis zum Mountainbike.
Umsatz mit E-Bikes sinkt erstmals
Zugleich ging 2024 das lukrative GeschĂ€ft mit E-Bikes zurĂŒck und verschĂ€rfte die Krise in der Fahrradbranche, die sich in diesen Tagen zur Messe Eurobike in Frankfurt trifft. So schrumpfte Zahl der verkauften Elektro-RĂ€der EY zufolge um zwei Prozent auf zwei Millionen, der Umsatz fiel um 12 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Auch der Absatz mechanischer FahrrĂ€der sank - um fĂŒnf Prozent zum Vorjahr auf 1,8 Millionen.
"Die deutsche Fahrradbranche musste im vergangenen Jahr erneut schmerzhafte UmsatzeinbuĂen hinnehmen", sagt EY-Partner Stefan Mohr.
Jedoch folgt der RĂŒckgang auf einen Boom in der Corona-Pandemie. So sank der Umsatz der Fahrradbranche 2024 zwar um zehn Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro, er lag damit aber immer noch 58 Prozent höher als im Vor-Corona-Jahr 2019.
Ăbrig vom Boom sind immer noch recht volle Lager, die sich nur langsam leeren. Die Folge: Im vergangenen Jahr fiel der Durchschnittspreis fĂŒr ein E-Rad laut Zweiradindustrieverband um zehn Prozent auf 2.650 Euro. Damit kosteten sie aber immer noch gut fĂŒnfmal so viel wie ein normales Rad (500 Euro).
Klassische FahrrĂ€der spielten fĂŒr den Umsatz der Branche eine untergeordnete Rolle, sagt Mohr. Allerdings steige die Nachfrage nach Gravelbikes und RennrĂ€dern, was dort die Preise treibt.
RĂŒckgang bei KinderrĂ€dern
Deutlich schrumpfte 2024 dagegen der Absatz von Kinder- und JugendfahrrĂ€dern: um 17 Prozent auf 145.000 StĂŒck. Der wachsende Gebrauchtmarkt könne ein Grund sein, sagt Mohr, aber auch der Trend zu weniger Bewegung bei Kindern und Jugendlichen.
Insgesamt erwarten die Autoren jedoch eine Erholung des Fahrradmarkts- nicht zuletzt wegen der E-RĂ€der. Nach dem Boom der vergangenenJahre werde es Ersatzbedarf geben, sagt Constantin Gall, Managing Partner bei EY. "Das Interesse an E-Bikes bleibt hoch."

