ROUNDUPWadephul, Korruptionsskandals

Trotz Korruptionsskandals weiter Ukraine-Hilfe

12.11.2025 - 19:19:55

Deutschland und europĂ€ische Partner halten trotz des Korruptionsskandals in der Ukraine an der UnterstĂŒtzung Kiews im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg fest.

Man habe dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha klargemacht, "dass es einen entschlossenen Kampf gegen Korruption in der Ukraine braucht, damit die UnterstĂŒtzung im Westen auch glaubwĂŒrdig bleiben kann", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) vor Journalisten am Rande des Außenministertreffens der G7-LĂ€nder wirtschaftsstarker Demokratien in Kanada.

Zuvor hatte er sich mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas sowie seinen Kollegen aus Frankreich und Italien, Jean-NoĂ«l Barrot und Antonio Tajani, am Rande der G7-Konferenz in Niagara-on-the-Lake, mit Sybiha getroffen. Man habe dabei die weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine bekrĂ€ftigt, sagte Wadephul. Bei Kampf gegen die Korruption unterstĂŒtze man die Ukraine und die unabhĂ€ngigen Behörden des Landes.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj forderte Justizminister Herman Haluschtschenko und Energieministerin Switlana Hryntschuk angesichts des Korruptionsskandals im Energiesektor zum RĂŒcktritt auf. Selenskyj sicherte den Antikorruptionsorganen seine UnterstĂŒtzung zu. Bei dem millionenschweren Schmiergeldskandal soll es nicht nur um Zahlungen im Energiesektor, sondern auch im fĂŒr die Verteidigung wichtigen RĂŒstungsbereich gegangen sein. Der HauptverdĂ€chtige Tymur Minditsch, ein langjĂ€hriger GeschĂ€ftspartner von Selenskyj, hat sich dabei seiner Festnahme durch Flucht ins Ausland entzogen.

Wadephul geht von gemeinsamer G7-AbschlusserklÀrung aus

Wadephul rechnet nach eigenen Angaben damit, dass es beim G7-Treffen in der sĂŒdöstlichen kanadischen Provinz Ontario eine gemeinsame AbschlusserklĂ€rung aller - inklusive der USA - geben wird, die die bisherige Haltung zur Ukraine unterstreicht. "Dieser Kreis der G7-Staaten steht an der Seite der Ukraine. Und genau das, was wir in der Vergangenheit erklĂ€rt haben und die Position, die wir bisher immer eingenommen haben, die bekrĂ€ftigen wir auf dieser Konferenz", sagte der Minister vor Journalisten.

Nach Angaben der kanadischen Außenministerin Anita Anand wird ihr Land zusĂ€tzliche Sanktionen gegen Russland verhĂ€ngen. Diese richteten sich etwa gegen Personen und Unternehmen, die an der Entwicklung und dem Einsatz des russischen Drohnenprogramms beteiligt seien sowie gegen russische FlĂŒssigerdgasunternehmen. Auch 100 Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte zur Umgehung von Energiesanktionen seien von den Sanktionen betroffen.

Bei einem Treffen von US-Außenminister Marco Rubio, seinen G7-Kollegen und der Ukraine ging es dem Amerikaner zufolge um Möglichkeiten, die VerteidigungsfĂ€higkeit der Ukraine zu stĂ€rken. Die USA arbeiteten mit ihren Partnern weiter entschlossen daran, Russland zur Diplomatie zu bewegen, schrieb er auf der Plattform X. Zu den G7-LĂ€ndern gehören neben den USA, Deutschland und Kanada auch Frankreich, Italien, Japan und Großbritannien.

@ dpa.de