Patentamt: Europa holt in der Quantentechnologie auf
16.03.2026 - 06:08:02 | dpa.deNach einer Auswertung des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) ist der Anteil der veröffentlichten Quanten-Patentanmeldungen aus den beiden LĂ€ndern im vergangenen Jahr auf 195 gestiegen, ein knappes Viertel (23,9 Prozent) aller Anmeldungen in diesem Bereich. Im Jahr 2021 zuvor hatte es erst 57 deutsche und französische Patentanmeldungen gegeben, damals ein Anteil von 16,7 Prozent. Die Quantentechnologie ist das Thema des diesjĂ€hrigen DPMA-Nutzerforums, der alljĂ€hrlich wichtigsten Veranstaltung der MĂŒnchner Bundesbehörde.
Die Quantentechnologie umfasst im Wesentlichen drei Bereiche: Hochleistungs-Quantencomputer, entschlĂŒsselungssichere Quantenkommunikation und extrem prĂ€zise Messverfahren der Quantensensorik. Quanten gelten als die kleinsten und unteilbaren Einheiten, die physikalische Wechselwirkungen hervorrufen. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften können diese Licht- und Energiebausteine von Forschern fĂŒr verschiedene Anwendungsfelder genutzt werden.
Die USA lagen 2025 mit 167 veröffentlichen Quanten-Patentanmeldungen nach wie vor an der Spitze, doch ist der Anteil seit 2021 von einem knappen Drittel (32,2 Prozent) auf ein gutes FĂŒnftel (20,5 Prozent) gesunken. Denn nicht nur Deutschland und Frankreich, sondern auch asiatische LĂ€nder haben ihre EntwicklungstĂ€tigkeit in der Quantentechnologie verstĂ€rkt.
Mehrere LĂ€nder forcieren Forschung und Entwicklung
Die Gesamtzahl der veröffentlichten Patentanmeldungen ist seit 2021 von 341 auf 815 gestiegen, die Top-fĂŒnf-LĂ€nder 2025 waren die USA, Deutschland, SĂŒdkorea, Japan und Frankreich. DPMA-PrĂ€sidentin Eva Schewior hob die Chancen fĂŒr Deutschland hervor: "Mit seinen exzellenten Forschungseinrichtungen, starken Industrieunternehmen und innovativen Start-ups hat Deutschland enormes Potenzial, entscheidende Innovationen in der Quantentechnologie mitzuprĂ€gen."
Die DPMA-Fachleute werteten fĂŒr die Analyse Patentanmeldungen mit Wirkung fĂŒr Deutschland sowohl beim Deutschen als auch beim EuropĂ€ischen Patentamt aus, unter Abrechnung von DoppelzĂ€hlungen. Die Zahlen sind ein Indikator der EntwicklungstĂ€tigkeit in Unternehmen und Wissenschaft, geben aber nicht den allerneuesten Stand wieder: Patentanmeldungen werden erst nach einer Frist von 18 Monaten veröffentlicht. Im Jahr 2025 neu angemeldete Erfindungen sind daher noch nicht enthalten.
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