Weniger Betriebe bauen Einlegegurken an
05.07.2024 - 05:38:24Im vergangenen Jahr war die AnbauflÀche nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums rund sieben Prozent kleiner als noch 2018. "Das Saure-Gurken-GeschÀft steht vor vielen Herausforderungen", sagte die Sprecherin des schwÀbischen Unternehmens Hengstenberg, Katja Behringer. Demnach belasteten in den vergangenen Jahren vor allem die Energiekosten und der gestiegene Mindestlohn die Betriebe.
Bundesweit sei sowohl die AnbauflĂ€che als auch die Zahl der Betriebe geschrumpft, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Demnach wurden Einlegegurken im Jahr 2023 auf rund 1.880 Hektar im Freiland angebaut. Zwar war die FlĂ€che damit gröĂer als noch 2022, blieb aber unter den 2.020 Hektar aus dem Jahr 2018. Ein Blick auf die Anzahl der Betriebe zeigt: 2018 waren es dem Ministerium zufolge 315 Betriebe, die Einlegegurken im Freiland anbauten, 2023 sank die Zahl auf 250 Betriebe.
BĂ€uchlings auf dem Gurkenflieger
Die Hengstenberg-Sprecherin erklĂ€rte, dass in einem Glas Gurken aus deutschem Anbau viel Handarbeit stecke. Demnach pflĂŒcken die Erntehelferinnen und Erntehelfer die Gurken per Hand, wĂ€hrend sie bĂ€uchlings auf den FlĂŒgeln der Fahrzeuge, den sogenannten Gurkenfliegern, liegen.
ZusĂ€tzlich forderten Wetterextreme sowie DĂŒrre und Hitze die Gurke heraus, sagte die Sprecherin. "Sie mag es kontinuierlich feucht und warm. Aber nicht zu heiĂ." Bei Temperaturen ĂŒber 30 Grad stelle die Gurkenpflanze ihr Wachstum ein. "AuĂerdem wachsen Gurken nachts, und zwar nur bei Temperaturen ab 15 Grad", fĂŒhrte die Sprecherin aus. In warmen NĂ€chten können die Gurken demnach bis zu drei Zentimeter an LĂ€nge zulegen. Oft mĂŒssten die AnbauflĂ€chen kostenintensiv bewĂ€ssert werden, um die passenden Bedingungen zu schaffen.
Kosten steigen im zweistelligen Bereich
"Diese Punkte machen den Anbau teuer und unattraktiv", fasste Behringer zusammen. Insgesamt liege die Kostensteigerung im zweistelligen Bereich. Der Wettbewerb um SaisonarbeitskrÀfte mache die Gesamtlage nicht einfacher.
Auch in der Spreewaldregion, die fĂŒr ihre Gurkenprodukte bekannt ist, gebe es in der Landwirtschaft, aber auch bei den Verarbeitungsbetrieben teils angespannte Kostensituationen, sagte die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Spreewaldvereins, Melanie Kossatz. Ein Grund dafĂŒr sei ebenfalls die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns. Die AnbauflĂ€che stagniere im Wirtschaftsraum Spreewald seit einigen Jahren und liege bei etwa 500 Hektar.
Preise sind gestiegen
Laut Agrarmarktinformationsgesellschaft sind die Verbraucherpreise fĂŒr Gurkenkonserven in den vergangenen Jahren gestiegen. 2013 kosteten Gurkenkonserven in einem 720-Milliliter-Glas demnach im Schnitt 1,30 Euro. 2019 waren es den Angaben nach 1,56 Euro und bis 2023 stieg der durchschnittliche Preis auf 2,11 Euro. Dem Bundesagrarministerium zufolge sind die Preise fĂŒr Gurkenkonserven in den vergangenen vier Jahren etwas stĂ€rker gestiegen als die durchschnittlichen Nahrungsmittelpreise insgesamt.

