Spritpreise: Die NachbarlÀnder holen auf
19.03.2026 - 09:00:13 | dpa.deNachdem sich Superbenzin und Diesel in den ersten eineinhalb Wochen des Iran-Krieges hierzulande deutlich schneller verteuert hatte als in den EU-NachbarlÀndern, schrumpfen die Unterschiede nun wieder, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht.
In Ăsterreich, dessen bisherige Spritpreisregulierung sich Deutschland zum Vorbild genommen hat, ist der Unterschied im Anstieg damit fast verschwunden. Zur Schweiz als Nicht-EU-Land liegen keine sauber vergleichbaren Daten vor.
Die von der EU-Kommission veröffentlichten Spritpreise werden wöchentlich jeweils mit Stand vom Montag erhoben. Sie zeigen fĂŒr Deutschland inzwischen nur noch bei Superbenzin den höchsten Preisanstieg im Vergleich zum 23. Februar, dem letzten Montag vor Kriegsbeginn.
Am 9. MĂ€rz hatten die Daten fĂŒr die meisten EU-Nachbarn noch um 11,8 bis 14,1 Cent langsamere Preisanstiege gezeigt, fĂŒr Ăsterreich um 5,2 Cent. Nun sind es nur noch 2 bis 7,3 Cent, nachdem der Preis in Deutschland zuletzt leicht, in den anderen LĂ€ndern aber deutlich gestiegen ist.
Diesel in DÀnemark hat sich stÀrker verteuert
Bei Diesel hat Deutschland inzwischen nicht einmal mehr den höchsten Preisanstieg: FĂŒr DĂ€nemark zeigen die Daten vom 23. Februar bis zum 16. MĂ€rz ein um 1,5 Cent höheres Plus als hierzulande. In Ăsterreich ist der Anstieg nur noch um 0,5 Cent niedriger als in Deutschland, in den anderen EU-NachbarlĂ€ndern um 2,2 bis 9,8 Cent. Vor einer Woche war die Spanne noch sehr viel gröĂer und reichte von 4,8 bis 21 Cent.
GrundsĂ€tzlich unterscheiden sich die Spritpreise von Land zu Land. In Polen, Tschechien, Luxemburg, Belgien oder Ăsterreich sind die Kraftstoffe auch nach der jĂŒngsten Entwicklung sehr viel gĂŒnstiger als in Deutschland. Dahinter stecken vor allem unterschiedliche Steuern und Abgaben.
Teilweise gibt es aber auch unterschiedliche Regulierungen zu PreisĂ€nderungen - beispielsweise mit Höchstpreisen in Luxemburg oder Belgien. Das sorgt seit langem fĂŒr Tanktourismus an vielen Grenzen, die hohen Spritpreise und gestiegenen Unterschiede hatten das zuletzt befeuert. Nun wird die Fahrt ĂŒber die Grenze wieder etwas weniger attraktiv.
Die aktuelle Entwicklung stĂŒtzt zudem Kritik an den PlĂ€nen der Bundesregierung zur Spritpreisregulierung. Sie will unter anderem die frĂŒhere österreichische Regelung ĂŒbernehmen, dass nur noch einmal am Tag die Spritpreise erhöht werden dĂŒrfen. Dass der Anstieg in Ăsterreich inzwischen fast genauso hoch ausfĂ€llt, wie in Deutschland, passt zur EinschĂ€tzung, dass diese Regelung keine nachhaltig dĂ€mpfende Wirkung auf den allgemeinen Anstieg hat. Ăsterreich hat inzwischen die Spritpreisbremse verschĂ€rft.
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