1&1, DE0005545503

Die 1&1-Aktie profitiert von stabilem Wachstum und Ausbau des 5G-Netzes

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:27 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die 1&1-Aktie steht nach soliden Jahreszahlen und dem laufenden Aufbau eines eigenen 5G-Netzes im Fokus. Der Telekommunikationsanbieter meldete fĂŒr 2023 ein Umsatzplus und steigende Kundenkennzahlen, wĂ€hrend die Investitionen in das Netzprojekt die Marge beeinflussen.

Isometrische 3D-Illustration eines leuchtenden Telekommunikations-Netzwerk-Backbones
Isometrisches 3D-Diagramm des Netzwerk-Backbones illustriert die digitale Infrastruktur von 1&1 AG DE0005545503, Illustration mit AI erstellt.

Die 1&1-Aktie des deutschen Telekommunikationsanbieters 1&1 AG (ISIN DE0005545503) wird von Anlegern vor allem mit dem laufenden Ausbau eines eigenen 5G-Mobilfunknetzes und stabilen GeschĂ€ftszahlen im Privatkundensegment verbunden. Laut Unternehmensangaben fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2023 erzielte 1&1 einen Konzernumsatz von rund 3,99 Mrd. Euro, nach etwa 3,91 Mrd. Euro im Jahr 2022, was einem Anstieg von knapp 2 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum konnte der Umsatz im MobilfunkgeschĂ€ft leicht zulegen, wĂ€hrend das klassische DSL-GeschĂ€ft im Zuge des Markttrends zurĂŒckging. Die Aktie ist im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und zĂ€hlt zum MDAX-Umfeld mittelgroßer deutscher Werte.

Umsatzwachstum und Ergebnisentwicklung

FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2023 meldete 1&1 eine leichte Steigerung des Konzernumsatzes auf etwa 3,99 Mrd. Euro, nachdem im Vorjahr 2022 rund 3,91 Mrd. Euro erzielt worden waren. Damit setzt der Konzern seinen moderaten Wachstumskurs fort, der vor allem von höheren MobilfunkumsĂ€tzen und zusĂ€tzlichen Dienstleistungen wie Datenvolumen, Roaming und Servicepaketen getragen wird. Auf der Ergebnisseite wies 1&1 im Jahr 2023 ein EBITDA von grob 0,70 bis 0,72 Mrd. Euro aus, nachdem im Jahr 2022 ein Wert im Bereich von etwa 0,72 Mrd. Euro erreicht worden war. Die leichte VerĂ€nderung ist im Wesentlichen auf höhere Vorleistungen und Vorlaufkosten fĂŒr den Netzaufbau zurĂŒckzufĂŒhren, die sich zunĂ€chst belastend auf die ProfitabilitĂ€t auswirken.

Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zeigte sich ein Ă€hnliches Bild: Die Kennziffer lag 2023 im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich und wurde durch Abschreibungen auf Netzkomponenten sowie IT-Systeme beeinflusst. Zugleich profitierte 1&1 von einer weiterhin soliden Kostenbasis im angestammten ServicegeschĂ€ft, da viele Prozesse in Vertrieb, Kundenservice und Abrechnung bereits stark digitalisiert sind. Der JahresĂŒberschuss blieb trotz der Investitionsphase robust im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich und ermöglichte dem Unternehmen, seine Dividendenpolitik fortzusetzen und die AktionĂ€re am laufenden GeschĂ€ft zu beteiligen.

Vergleich zum Vorjahr und Investitionsphase

Im Vergleich zum GeschĂ€ftsjahr 2022 fĂ€llt das Wachstum bei 1&1 mit einem Umsatzplus von rund 2 Prozent auf etwa 3,99 Mrd. Euro 2023 eher moderat aus, spiegelt aber die WettbewerbsintensitĂ€t im deutschen Telekommunikationsmarkt wider. WĂ€hrend einige Wettbewerber stĂ€rker auf Preisaktionen setzen, folgt 1&1 einem Kurs, der auf kombinierte Angebote aus Mobilfunk, Festnetz und Internetdiensten mit klaren Tarifstrukturen setzt. Die leichte Verschiebung der Umschlagschwerpunkte zugunsten des Mobilfunksegments geht mit einem strukturellen RĂŒckgang im klassischen DSL-GeschĂ€ft einher, der durch höhere Kundenpenetration bei Mobilfunkdatendiensten teilweise kompensiert wird.

Ein wesentlicher Treiber der Ergebnisentwicklung ist die Investitionsphase in das neue 5G-Mobilfunknetz: 1&1 hat sich im Rahmen der Frequenzauktionen Nutzungsrechte gesichert und baut mit Infrastrukturpartnern eine eigene Netzinfrastruktur auf, die schrittweise in Betrieb genommen wird. Diese Projektphase fĂŒhrt zu erhöhten Sachinvestitionen und Vorlaufkosten, die sich im Cashflow und in der Ergebnisrechnung bemerkbar machen. Gleichzeitig verbessert der Netzaufbau langfristig die UnabhĂ€ngigkeit von Vorleistungsanbietern im Mobilfunkbereich und schafft die Grundlage fĂŒr neue Angebote wie hochperformante Datenverbindungen, Campusnetze und spezialisierte IoT-Dienste fĂŒr Unternehmenskunden.

5G-Netzausbau als strategischer Schwerpunkt

Der Aufbau eines eigenen 5G-Netzes stellt im aktuellen Strategie- und Zahlenkontext den zentralen Schwerpunkt fĂŒr 1&1 dar. Das Unternehmen hat dazu langfristige Vereinbarungen mit Netzbau- und Technikpartnern sowie mit einem bestehenden Infrastrukturbetreiber geschlossen, um Funkstandorte, Glasfaseranbindungen und zentrale Netzkomponenten effizient aufzubauen. Die Planungen sehen vor, dass die Zahl der aktiven Mobilfunkstandorte ĂŒber die kommenden Jahre deutlich steigt und das Netz zunĂ€chst ausgewĂ€hlte Regionen, anschließend einen breiteren FlĂ€chenbetrieb abdeckt.

Aus Anlegersicht ist dieser Schritt mit Chancen und Risiken verbunden: Einerseits reduziert ein eigenes Netz langfristig die AbhĂ€ngigkeit von Vorleistungen, eröffnet neue margenstĂ€rkere Produktoptionen und unterstĂŒtzt die Position von 1&1 als eigenstĂ€ndiger Netzbetreiber. Andererseits sind die Investitionsvolumina in Technik, Standorterschließung und Netzbetrieb hoch und wirken temporĂ€r dĂ€mpfend auf die Marge. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2023 und die Folgejahre hat das Management deshalb Kennzahlen wie EBITDA, EBIT und Free Cashflow ausdrĂŒcklich mit Blick auf die Netzaufbauphase kommentiert und Investitionsbudgets fĂŒr die kommenden Jahre skizziert, die im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen können.

Kundenbasis und Diensteportfolio

Die Kundenbasis von 1&1 umfasst mehrere Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland. Im Mobilfunksegment bietet das Unternehmen unterschiedliche Tarifmodelle fĂŒr Privat- und GeschĂ€ftskunden an, darunter Smartphone-Tarife mit Datenvolumen, reine Datentarife fĂŒr mobile Router und Tablets sowie Bundles mit zusĂ€tzlichen Serviceleistungen. Im Festnetzbereich werden BreitbandanschlĂŒsse ĂŒber DSL und Glasfaser sowie ergĂ€nzende Produkte wie WLAN-Router, Sicherheitspakete und E-Mail-Dienste angeboten. Nach Unternehmensangaben lag die Zahl der Mobilfunkvertragskunden Ende 2023 im mittleren achtstelligen Bereich und weist ĂŒber die vergangenen Jahre einen kontinuierlichen Anstieg auf, wĂ€hrend die Festnetzkundenzahl geringfĂŒgig zurĂŒckging.

Im Diensteportfolio spielt zusĂ€tzlich das Hosting- und Cloud-GeschĂ€ft eine Rolle, das ĂŒber Marken und Plattformen gesteuert wird, die Webhosting, Domains, Serverlösungen und cloudbasierte Dienste fĂŒr Privatkunden, SelbststĂ€ndige und kleine Unternehmen anbieten. Diese Segmente tragen mit stabilen oder leicht wachsenden UmsĂ€tzen zur Diversifikation bei und ergĂ€nzen das klassische TelekommunikationsgeschĂ€ft. Die Margen in diesen digitalen Diensten sind im Allgemeinen höher als im reinen AnschlussgeschĂ€ft, was im Gesamtmix zur Stabilisierung des Ergebnisses beitrĂ€gt.

Produktbeispiel: Mobilfunktarife mit 5G-Option

Ein reprĂ€sentatives Produkt im Portfolio von 1&1 sind aktuelle Mobilfunktarife mit 5G-Option, die Kunden ein Datenkontingent, Telefonie und zusĂ€tzliche Dienste wie Roaming-Pakete bieten. Diese Tarife greifen perspektivisch auf das eigene 5G-Netz zurĂŒck, sobald einzelne Regionen technisch erschlossen sind. Das Unternehmen kombiniert dabei klassische Laufzeittarife mit flexibleren Modellen und setzt auf transparente Preisstrukturen, um Kunden langfristig zu binden. FĂŒr den Konzern sind solche Angebote ein wichtiges Instrument, um den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde stabil zu halten oder zu steigern und zugleich die NetzkapazitĂ€ten effizient auszulasten.

1&1-Aktie und Markteinordnung

Die 1&1-Aktie ist im MDAX-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse vertreten und damit Teil eines Index, der mittelgroße börsennotierte Unternehmen aus Deutschland umfasst. Die Marktkapitalisierung bewegt sich im einstelligen Milliardenbereich und reflektiert die Stellung des Unternehmens als etablierter, aber nicht zu den ganz großen DAX-Schwergewichten zĂ€hlender Anbieter. Der Kurs der 1&1-Aktie schwankt im Zeitverlauf abhĂ€ngig von den Fortschritten beim Netzaufbau, der Entwicklung der Ergebniskennzahlen und dem generellen Sentiment gegenĂŒber Telekommunikationswerten.

FĂŒr Anleger ist im aktuellen Umfeld besonders interessant, wie sich Umsatz, EBITDA und Free Cashflow in den kommenden Jahren entwickeln, sobald der Netzaufbau in eine Phase eintritt, in der Investitionen langsam zurĂŒckgehen und nutzungsabhĂ€ngige ErtrĂ€ge aus dem eigenen 5G-Netz stĂ€rker zum Tragen kommen. Die bisherigen Zahlen fĂŒr 2023 mit einem Umsatz nahe 4 Mrd. Euro und einem EBITDA im Bereich von rund 0,70 bis 0,72 Mrd. Euro zeigen ein stabiles Fundament, das derzeit von hohen Investitionen ĂŒberlagert wird. Gelingt es 1&1, die NetzkapazitĂ€ten planmĂ€ĂŸig aufzubauen und neue Dienste zu platzieren, könnte sich der Ergebnisbeitrag des 5G-Netzes in den kommenden Perioden Schritt fĂŒr Schritt verstĂ€rken.

Kennzahlen und Stammdaten zur 1&1-Aktie

  • Unternehmen: 1&1 AG
  • ISIN: DE0005545503
  • WKN: 554550
  • Ticker: 1U1
  • Handelsplatz: Xetra / Frankfurt
  • Kurs (Stand 31.12.2023, 17:35 Uhr): 13,00 Euro
  • Marktkapitalisierung: 2,40 Mrd. Euro (Stand 31.12.2023)
  • Sektor / Branche: Telekommunikation / Internetdienste
  • Indexzugehörigkeit: MDAX
  • NĂ€chstes Earnings-Datum: 15.08.2024

Weitere Informationen zur 1&1-Aktie im Netz

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