AbbVie Inc., US00287Y1091

Die AbbVie-Aktie zeigt sich robust nach soliden Quartalszahlen

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 04:38 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die AbbVie-Aktie steht nach den jüngsten Quartalszahlen im Fokus, denn der Pharmakonzern steigert Umsatz und bereinigten Gewinn trotz Humira-Rückgang deutlich. Für Anleger rücken nun Onkologie- und Immunologie-Pipeline sowie Dividendenprofil in den Vordergrund.

Extreme Makroaufnahme irisierender pharmazeutischer Kristallstrukturen unter polarisiertem Mikroskoplicht
AbbVie Inc. US00287Y1091 Makrofotografie irisierender kristalliner Molekülstrukturen unter polarisiertem Mikroskoplicht Biopharma Forschung, Illustration mit AI erstellt.

AbbVie Inc. (ISIN US00287Y1091) hat im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von 12,3 Milliarden US-Dollar erzielt und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 12,2 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von rund 0,8 Prozent entspricht. Laut Unternehmensangaben zum Q1 2024 stieg der bereinigte Gewinn je Aktie (adjusted EPS) auf 2,31 US-Dollar, nachdem er im Vorjahresquartal bei 2,46 US-Dollar gelegen hatte, wobei der Rückgang vor allem dem anhaltenden Preis- und Wettbewerbsdruck beim Blockbuster Humira zugeschrieben wird. Für Anleger bleibt die AbbVie-Aktie damit ein klassischer Ertragswert mit starkem Fokus auf Cashflow und Dividende.

Solide Entwicklung trotz Humira-Druck

Im Fokus der jüngsten Berichterstattung steht weiterhin der schrittweise Rückgang der Humira-Erlöse seit dem Auslaufen des Patentschutzes in den USA. Im Gesamtjahr 2023 erzielte AbbVie mit Humira noch einen Umsatz von rund 14,4 Milliarden US-Dollar, nach knapp 21,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, was einem Rückgang von rund 32 Prozent entspricht. Diese Entwicklung wird jedoch zunehmend durch die wachsenden Umsätze der Nachfolgeprodukte Rinvoq und Skyrizi abgefedert, die zusammen im Geschäftsjahr 2023 auf einen kombinierten Umsatz von etwa 11,0 Milliarden US-Dollar kamen. Damit nähert sich das Duo der mittelfristigen Zielsetzung an, den Humira-Rückgang operativ und ertragsseitig vollständig zu kompensieren.

Für das Gesamtjahr 2024 peilt AbbVie nach Unternehmensguidance ein bereinigtes EPS in einer Spanne von rund 10,97 bis 11,17 US-Dollar an. Gegenüber dem bereinigten EPS von rund 11,11 US-Dollar im Geschäftsjahr 2023 würde dies – am oberen Ende der Spanne – in etwa einer stabilen bis leicht steigenden Entwicklung entsprechen. Die Prognose signalisiert, dass Management und Markt trotz des anhaltenden Preisdrucks im Biologika-Segment weiterhin von einer robusten Ertragskraft ausgehen.

Dividendenprofil und Bewertung im Fokus

Ein zentrales Argument für viele Anleger ist die Dividendenpolitik von AbbVie. Der Konzern zahlte für das Geschäftsjahr 2023 eine Jahresdividende von insgesamt rund 5,92 US-Dollar je Aktie, aufgeteilt auf vier Quartalsausschüttungen, nachdem im Jahr 2022 rund 5,64 US-Dollar je Aktie ausgeschüttet wurden. Das entspricht einem Dividendenwachstum von etwa 5 Prozent binnen eines Jahres. Auf Basis eines Aktienkurses im Bereich von rund 160 US-Dollar im ersten Halbjahr 2024 ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von ungefähr 3,7 Prozent, womit die AbbVie-Aktie im Feld der großen US-Pharmakonzerne zu den überdurchschnittlich rentierlichen Dividendenwerten zählt.

Auch die Marktkapitalisierung unterstreicht die Bedeutung des Konzerns im globalen Gesundheitssektor. AbbVie wird an der New York Stock Exchange mit einem Börsenwert von deutlich über 250 Milliarden US-Dollar gehandelt, womit der Konzern im Leitindex S&P 500 ein erhebliches Gewicht einnimmt. Für europäische Anleger ist zudem wichtig, dass die AbbVie-Aktie als US-Wertpapier über verschiedene Handelsplätze, darunter auch außerbörsliche Plattformen in Deutschland, in Euro gehandelt werden kann. Das erleichtert die Integration des Papieres in breit gestreute internationale Portfolios.

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Pipeline, Immunologie und Onkologie als Wachstumstreiber

Operativ setzt AbbVie verstärkt auf die Wachstumsfelder Immunologie und Onkologie, die bereits einen Großteil der Konzernumsätze stellen. Produkte wie Rinvoq, ein orales JAK-Inhibitor-Therapeutikum, und Skyrizi, ein Biologikum zur Behandlung der Plaque-Psoriasis und weiterer chronisch-entzündlicher Erkrankungen, verzeichneten im Jahr 2023 jeweils zweistellige Wachstumsraten. Aus Unternehmenskreisen wurde berichtet, dass insbesondere Skyrizi im Gesamtjahr 2023 einen Umsatz von deutlich über 7 Milliarden US-Dollar erzielte, nachdem der Wert im Vorjahr noch signifikant niedriger lag; damit gehört das Präparat zu den am schnellsten wachsenden Blockbustern im Portfolio.

Die Onkologie-Sparte stützt sich vor allem auf das Krebsmedikament Imbruvica, dessen Umsätze zwar nicht mehr so dynamisch wachsen wie in der Frühphase, das aber weiterhin einen nennenswerten Beitrag zum Cashflow leistet. Daneben arbeitet AbbVie an zahlreichen Pipelineprojekten in der Hämatologie und der soliden Tumoronkologie, um das Portfolio mittel- und langfristig breiter aufzustellen. Für Anleger ist entscheidend, dass erfolgreiche Studien in diesen Bereichen nicht nur zusätzliche Umsatzquellen eröffnen, sondern auch die Abhängigkeit von einzelnen Blockbustern reduzieren.

Blockbuster Humira und Portfolio-Shift

Humira bleibt trotz des Rückgangs eine zentrale Größe in der Bilanz von AbbVie. Der Umsatzrückgang von rund 21,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf circa 14,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 zeigt, wie stark sich der Wettbewerb durch Biosimilars nach Patentablauf auswirkt. Gleichzeitig unterstreicht die nach wie vor hohe absolute Umsatzbasis, dass der Konzern über erhebliche Preissetzungsmacht und eine breite globale Patientenbasis verfügt. Der strategische Schwerpunkt liegt nun darauf, über neue Indikationen und kombinierte Therapieansätze den Wert des bestehenden Portfolios zu verlängern.

Der Portfolio-Shift zu Rinvoq und Skyrizi ist ein Kernbestandteil dieser Strategie. Beide Präparate zielen auf Autoimmunerkrankungen ab und sind in mehreren Indikationen zugelassen, was die Addressable Market Size erheblich vergrößert. Nach Unternehmensangaben sollen Rinvoq und Skyrizi in den kommenden Jahren zusammengerechnet über 20 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz erreichen können, sofern sämtliche Zulassungs- und Indikationsausweitungspläne erfolgreich verlaufen. Gelingt dies, wäre der Rückgang bei Humira nicht nur ausgeglichen, sondern die Konzernumsätze könnten strukturell auf ein neues Niveau gehoben werden.

Beispielprodukt Skyrizi im Anlegerfokus

Ein repräsentatives Beispiel für die neue Wachstumsstory von AbbVie ist Skyrizi. Das Biologikum wird vor allem zur Behandlung von Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und Morbus Crohn eingesetzt und gilt als wichtiger Wachstumstreiber in der Immunologie-Sparte. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte Skyrizi Unternehmensangaben zufolge Erlöse von über 7 Milliarden US-Dollar und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres, in dem die Umsätze im mittleren einstelligen Milliardenbereich lagen. Damit trägt Skyrizi bereits einen substanziellen Anteil zum Gesamtumsatz von AbbVie bei und untermauert die strategische Verlagerung hin zu neueren, patentgeschützten Therapien.

Kursentwicklung der AbbVie-Aktie

An der New York Stock Exchange wird die AbbVie-Aktie unter dem Kürzel ABBV gehandelt und zählt zum S&P-500-Index. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2024 bewegte sich der Kurs in einer Spanne von rund 150 bis 180 US-Dollar, wobei das Niveau um 160 US-Dollar einen markanten Bereich im mittelfristigen Chartbild darstellt. Auf Basis des Kursniveaus von rund 160 US-Dollar und der für 2024 avisierten EPS-Spanne von 10,97 bis 11,17 US-Dollar liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis im Bereich von etwa 14 bis 15, was im historischen Vergleich des Unternehmens eher im Mittelfeld liegt.

AbbVie Inc. im Überblick

  • Unternehmen: AbbVie Inc.
  • ISIN: US00287Y1091
  • Ticker: ABBV
  • Handelsplatz: NYSE
  • Sektor / Branche: Gesundheitswesen / Pharma und Biotechnologie
  • Indexzugehörigkeit: S&P 500
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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