Europas, Batterieproduktion

Europas Batterieproduktion droht uneinholbarer RĂŒckstand

04.09.2025 - 05:40:55

Die AbhÀngigkeit von E-Auto-Batterien aus China gefÀhrdet nach EinschÀtzung der Unternehmensberatung Deloitte sowohl die technologische SouverÀnitÀt als auch die Versorgungssicherheit europÀischer Hersteller.

Nach Deloitte-Berechnungen stammten 2024 lediglich 13 Prozent der weltweit hergestellten Batterien aus europĂ€ischen Fabriken, doch dabei handelte es sich zum allergrĂ¶ĂŸten Teil (97 Prozent) um Zweigwerke chinesischer und sĂŒdkoreanischer Hersteller. Lediglich ein einziger Hersteller in der EU produzierte laut Studie im begrenzten Umfang eigene Batterien. 70 Prozent der weltweit hergestellten E-Auto-Batterien kamen demnach aus China.

Chronische AbhÀngigkeit droht

Deloitte geht davon aus, dass der Umsatz mit E-Auto-Batterien in Europa von 2024 bis 2030 von gut 16 auf 54 Milliarden Euro steigen könnte. Sofern Europa in den kommenden Jahren nicht aufhole, könnte das erwartete Wachstum des E-Auto-Markts die AbhĂ€ngigkeit von Herstellern aus China und anderen asiatischen LĂ€ndern noch zementieren, schreiben die Autofachleute des Unternehmens in ihrer wenige Tage vor Beginn der MĂŒnchner Automesse IAA veröffentlichten Analyse - dort wird die chinesische Industrie stark vertreten sein.

"Wenn europĂ€ische Unternehmen bei der Batterieproduktion nicht massiv aufholen, zahlen sie einen hohen Preis", sagte Studienautor Harald Proff. "Unsere Versorgungssicherheit und technologische SouverĂ€nitĂ€t sind in Gefahr." Um eine mitbestimmende Rolle auf dem Weltmarkt zu spielen, mĂŒsste der europĂ€ische Weltmarktanteil an der E-Auto-Batterie-Produktion nach Deloitte-SchĂ€tzung bei mindestens 40 Prozent liegen. "Als teuerste Komponente bestimmt die Batterie den Preis, die Fahrzeugleistung und die Reichweite."

Fehlende Batterieproduktion großer Wettbewerbsnachteil fĂŒr Europa

Die Unternehmensberatung spricht von "regionaler Monopolisierung" des Weltmarkts durch asiatische Batterieproduzenten. Damit einhergehen könnte im schlechtesten Falle nach Deloitte-EinschĂ€tzung auch ein eingeschrĂ€nkter Zugang zur jeweils modernsten Batterietechnologie. Die Autoren verweisen mit Sorge auf die zahlreichen gescheiterten oder verschobenen BauplĂ€ne europĂ€ischer Batteriefabriken. Prominentestes Beispiel in Deutschland ist die Pleite des schwedischen Herstellers Northvolt, der in Schleswig-Holstein bereits mit dem Bau einer großen Fabrik begonnen hatte.

PlĂ€doyer fĂŒr gezielte Industriepolitik

Die Industrie allein auf sich gestellt wĂ€re laut Studie mit der Aufholjagd voraussichtlich ĂŒberfordert. Notwendig wĂ€re nach EinschĂ€tzung der Berater eine Kombination koordinierter europĂ€ische Industriepolitik mit Investitionen großen Maßstabs und vermehrten Anstrengungen bei der Entwicklung der nĂ€chsten Batteriegenerationen.

@ dpa.de