AKTIE IM FOKUS: Sartorius ziehen weiter an - GeschÀftserholung treibt
17.10.2025 - 12:14:18Die Aktien von Sartorius DE0007165631 haben am Freitag in einem sehr schwachen Gesamtmarkt mit Gewinnen an ihren Vortagessprung angeknĂŒpft.
Die Papiere des Labor- und Pharmazulieferers legten am Vormittag um 0,8 Prozent auf 230,40 Euro zu, nachdem sie tags zuvor mit einem Plus von fast 8 Prozent von aktuellen GeschĂ€ftszahlen profitiert hatten. Damit hatten die Aktien auch die 200-Tage-Linie, einen mittelfristigen Trendindikator, hinter sich gelassen. Im Bereich um die 230 bis 240 Euro liegen zwar erst einmal weitere, kleinere WiderstĂ€nde, eine deutliche HĂŒrde wartet aber vor allem ĂŒber 250 Euro. Dort verlĂ€uft der lĂ€ngerfristige AbwĂ€rtstrend.
Bereits am Vortag hatten sich Analysten positiv zu den Resultaten des dritten Quartals geĂ€uĂert. Am Freitag nun legte Richard Vosser von der Bank JPMorgan nach und bestĂ€tigte bei einem Kursziel von 260 Euro sein "Overweight"-Votum. Ein Wachstum der Bioprocess Solutions-Sparte (BPS) im hohen einstelligen Prozentbereich im Jahr 2026 erscheine zunehmend untermauert, gibt sich Vosser optimistisch. Dabei setzt er auf eine weitere Erholung der GeschĂ€fte von Sartorius mit jenen GerĂ€ten, die sich zuletzt stabilisiert hĂ€tten. Der Verkauf von Verbrauchsmaterialien habe derweil zuletzt schon das Wachstum angetrieben, was sich so fortsetzen dĂŒrfte.
Die BPS-Sparte, die fĂŒr rund 80 Prozent des Konzernumsatzes steht, verkauft GerĂ€te und Technologien fĂŒr die Herstellung von Biopharmazeutika. Von Januar bis Ende September steigerte sie den Umsatz wechselkursbereinigt um 9,9 Prozent. FĂŒr das Gesamtjahr peilt die Sartorius-FĂŒhrung fĂŒr diesen GeschĂ€ftsbereich nun ein organisches Umsatzplus von rund 9 Prozent an, was das obere Ende der bisherigen Prognosespanne ist.
Falko Friedrichs von der Deutschen Bank schraubte sein Kursziel angesichts dieser Entwicklungen sogar von 260 auf 285 Euro nach oben. Endlich nĂ€hmen die GeschĂ€fte des MDax-Konzerns wieder Schwung auf, konstatierte der Branchenexperte mit Blick auf das dritte Quartal. Das gelte vor allem fĂŒr die Biotech-Sparte. Der lange andauernde Lagerbestandsabbau durch die Kunden nach dem Ende der Corona-Pandemie scheine endlich der Vergangenheit anzugehören. Das GerĂ€te-GeschĂ€ft könnte sich daher im kommenden Jahr erholen.
In der Pandemie hatten viele Unternehmen reichlich Labor- und PharmaausrĂŒstung gekauft - am Ende aber war es zu viel. Sie saĂen auf vollen Lagern, die GeschĂ€fte von Sartorius litten. Daher war der Aktienkurs der Göttinger vom Ende 2021 erreichten Rekordhoch von gut 631 deutlich zurĂŒckgefallen.

