Aktien Europa: Durchwachsene Entwicklung - Berichtssaison mit Licht und Schatten
06.08.2025 - 12:03:07Der EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann am spĂ€ten Vormittag zwar 0,31 Prozent auf 5.266,13 Punkte, doch auĂerhalb des Euroraums kam es teilweise zu Verlusten. WĂ€hrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,18 Prozent auf 9.159,19 ZĂ€hler stieg, sank der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,84 Prozent auf 11.759,56 Punkte.
Der US-Zollstreit ist in der Schweiz weiter Thema. 39 Prozent auf Schweizer Importe hatte US-PrĂ€sident Donald Trump zuletzt angeordnet. "Der Wohlstand aller ist in Gefahr", warnte der Industrieverband der Tech-Industrie, Swissmem. Die Zölle zahlten zwar die Importeure und US-Verbraucher, aber damit werde "Made in Switzerland" so teuer, dass Bestellungen einbrechen dĂŒrften, fĂŒrchtet die Wirtschaft. Die USA sind vor Deutschland der wichtigste Exportmarkt der Schweiz.
Nach der jĂŒngsten Erholung warteten die Anleger an den europĂ€ischen AktienmĂ€rkten damit erst einmal eher. FĂŒr einen weiteren Anstieg mĂŒssen nach Ansicht von Kapitalmarktexperte JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarkets die Rahmenbedingungen besser werden. "Erstens muss das Zolltheater aus dem WeiĂen Haus langsam aufhören ", so Molnar. "Zweitens darf die Zinssenkungsfantasie an der Wall Street, was den September fĂŒr eine nĂ€chste Zinssenkung angeht, nicht wieder plötzlich abebben." Und auĂerdem mĂŒssten die Quartalszahlen der Unternehmen gut ausfallen.
Letzteres war am Berichtstag nicht unbedingt der Fall. Der Pharmakonzern Novo Nordisk DK0062498333 hatte im zweiten Quartal wegen der zunehmenden Konkurrenz fĂŒr seine Diabetes- und Abnehmmittel Ozempic und Wegovy weniger verdient als gedacht. Nachdem die DĂ€nen bereits im Mai ihre Ziele fĂŒr das Jahr gestutzt hatten, war Novo Nordisk erst kĂŒrzlich nochmals zurĂŒckgerudert. Die gesenkten Prognosen fĂŒr Umsatz und operativen Gewinn wurden nun bestĂ€tigt. Die gebeutelte Aktie gab um weitere 2,7 Prozent nach.
Im Bankensektor kamen ABN Amro noch stĂ€rker unter Druck. Nach neuen Zahlen fiel der Wert um 6,7 Prozent. Die Analysten von RBC bemĂ€ngelten die Angaben zum Nettozinsertrag und den AktienrĂŒckkĂ€ufen. Etwas besser, aber nicht glĂ€nzend sah es bei einem anderen niederlĂ€ndischen Unternehmen aus. Der Supermarktbetreiber Ahold Delhaize NL0011794037 hatte im zweiten Quartal dank gut laufender GeschĂ€fte in Europa zwar deutlich mehr verdient. In den Vereinigten Staaten, dem gröĂten Markt des Konzerns, lĂ€uft das GeschĂ€ft aber weiter schleppend. Die Aktie tendierte kaum verĂ€ndert.
Im Rohstoffsegment stieĂen unterdessen die Halbjahreszahlen von Glencore JE00B4T3BW64 auf wenig Gegenliebe. Der Bergbau- und Rohstoffkonzern hatte in der ersten JahreshĂ€lfte 2025 wie bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Sinkende Kohlepreise und geringere Produktionsmengen bei Kupfer waren maĂgeblich dafĂŒr verantwortlich. Analysten verwiesen zudem auf die ungĂŒnstige Entwicklung der Nettoverschuldung. Die Aktie sank um 4,1 Prozent.

