Thyssenkrupp-EigentĂŒmer treffen sich in Bochum
02.02.2024 - 05:49:03Es ist das erste AktionĂ€rstreffen mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Miguel LĂłpez, der im Juni vergangenen Jahres das Ruder seiner VorgĂ€ngerin Martina Merz ĂŒbernommen hatte. AuĂerdem ist es die erste PrĂ€senz-Hauptversammlung des Traditionskonzerns nach der Corona-Pandemie.
Der Traditionskonzern mit rund 100 000 BeschĂ€ftigten ist im Umbruch. So ist etwa eine VerselbststĂ€ndigung der beiden groĂen Bereiche Stahl und Marine-Schiffbau geplant. LĂłpez hat dem Konzern zudem ein Programm verordnet, das die LeistungsfĂ€higkeit steigern soll. In der vorab veröffentlichten Rede an die AktionĂ€re sagte er, dass er angetreten sei, den Konzern "wieder in die Spur" zu bringen, "dass wir profitabel wachsen können".
Die IG Metall wirft LĂłpez vor, die Gewerkschaft bei der Gestaltung der kĂŒnftigen Strategie nicht genug einzubeziehen. Am Donnerstag appellierte der stellvertretende IG-Metall-Chef JĂŒrgen Kerner an den Vorstand, bei der Entwicklung der Strategie wieder "auf Augenhöhe" mit der Arbeitnehmerseite zusammenzuarbeiten. Das VerhĂ€ltnis zwischen der IG Metall und LĂłpez gilt als belastet, nachdem der Aufsichtsrat Ende November gegen sĂ€mtliche Stimmen der Arbeitnehmerseite den Vorstand um zwei neue Posten erweitert hatte.
In einem Flugblatt, das die IG Metall am Freitag an die AktionĂ€re verteilen will, wirft die Gewerkschaft der FĂŒhrungsetage "Ziellosigkeit" vor. Fehlende Investitionen und unklare Strategien gefĂ€hrdeten die Zukunft von Thyssenkrupp.
Im Ende September beendeten GeschĂ€ftsjahr 2022/23 hatten milliardenschwere Abschreibungen auf das StahlgeschĂ€ft den Konzern tief in die roten Zahlen gedrĂŒckt. Unter dem Strich stand ein Verlust von rund zwei Milliarden Euro. AktionĂ€re sollen dank eines deutlich verbesserten Mittelzuflusses dennoch eine unverĂ€nderte Dividende in Höhe von 0,15 Euro je Aktie erhalten. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 37,5 Milliarden Euro zurĂŒck.

