Allianz prangert MĂ€ngel im deutschen Hochwasserschutz an
08.08.2024 - 14:28:18Vorstandschef Oliver BĂ€te zog in MĂŒnchen einen negativen Vergleich zu den Niederlanden: "Am wichtigsten, auch in Bayern, ist es, dass wir besser bei der Schadenvorbeugung werden", sagte BĂ€te bei der Vorlage der Halbjahreszahlen des Dax DE0008469008-Konzerns und gröĂten deutschen Versicherers. "Sie können sich fragen, warum wir in Deutschland fortgesetzt diese hohen SchĂ€den haben." Andere LĂ€nder wie die Niederlande, "die seit Jahrhunderten unter dem Meeresspiegel leben", seien besser in der Vorbeugung.
292 Millionen Euro Kosten durch Juni-Hochwasser
Bei der Allianz allein gingen nach Angaben des Unternehmens nach dem Juni-Hochwasser entlang der Donau und mehrerer ihrer ZuflĂŒsse 11.500 Schadensmeldungen der Kunden ein, die Kosten bezifferte der Konzern auf 292 Millionen Euro.
Insgesamt hat das Juni-Hochwasser nach SchĂ€tzungen etwa zwei Milliarden Euro versicherter SchĂ€den verursacht. Inklusive der nicht versicherten SchĂ€den dĂŒrfte die Gesamtsumme erfahrungsgemÀà noch einmal erheblich höher sein.
BĂ€tes Kritik bezieht sich unter anderem darauf, dass etliche Kommunen entlang der Donau in den vergangenen Jahrzehnten Baugebiete in Ăberschwemmungsgebieten ausgewiesen haben. Abgesehen davon hat die bayerische Staatsregierung von sieben seit ĂŒber zwanzig Jahren geplanten groĂen Flutpoldern erst zwei fertiggestellt. Bayern und die 15 anderen BundeslĂ€nder fordern wiederum die EinfĂŒhrung einer Pflichtversicherung gegen Hochwasser, die wegen der befĂŒrchteten hohen Kosten von vielen Unternehmen einschlieĂlich der Allianz abgelehnt wird.

