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Frankfurt Schluss: VerschÀrfte Geopolitik setzt Dax weiter zu

20.01.2026 - 18:19:05

Die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen haben den deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag deutlich belastet.

FĂŒr den Dax DE0008469008, der zum Wochenauftakt wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter. Erstmals seit Anfang Dezember fiel er wieder unter seine 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend abbildet.

Zum Handelsschluss sank der deutsche Leitindex um 1,03 Prozent auf 24.703,12 Punkte. In der Vorwoche hatte er noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht, nun aber ist der Jahresgewinn fast wieder vollstÀndig aufgezehrt.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte verlor am Dienstag 1,86 Prozent auf 30.803,23 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gab um 0,57 Prozent auf 5.892,08 Punkte nach und entfernte sich damit weiter von seinem in der Vorwoche erreichten Rekordhoch bei deutlich ĂŒber 6.000 ZĂ€hlern.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte den europĂ€ischen Anlegern am Wochenende die Laune verdorben. Wegen des Grönland-Streits hatte er Strafzölle ab Februar angekĂŒndigt, die zum 1. Juni noch steigen sollen, sofern kein Abkommen ĂŒber den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europĂ€ische Nato-LĂ€nder, darunter Deutschland.

"Das geopolitische Chaos auf der WeltbĂŒhne setzt auch am zweiten Handelstag der Woche den AktienmĂ€rkten deutlich zu und lĂ€sst Investoren in den Risk-off-Modus schalten", erlĂ€uterte Analystin Christine Romar vom Broker CMC Markets. Der sichere Hafen Gold werde weiter angesteuert. "Dass ausgerechnet der Euro gegenĂŒber dem US-Dollar steigt, weil Investoren aus Amerika fliehen, hilft den um gleichzeitig höhere Zölle bangenden Exporteuren im Dax so gar nicht", ergĂ€nzte sie.

Aufgrund des US-Feiertags zu Wochenbeginn hatten die Anleger in New York noch keine Chance, auf die Zolldrohungen von Trump zu reagieren. Zum europÀischen Börsenschluss verbuchten nun der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048, der marktbreite S&P 500 US78378X1072 und der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 jeweils Verluste von mehr als 1 Prozent.

Die VerschĂ€rfung der transatlantischen Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europĂ€ischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten ĂŒber der erwarteten Gewinnbelebung europĂ€ischer Konzerne. Manthey strich daher ihre PrĂ€ferenz fĂŒr Aktien aus Kontinentaleuropa und schĂ€tzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein - erstmals seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne Branchen ist sie besonders skeptisch fĂŒr Auto- und Chemiekonzerne. Hier hĂ€lt sie eine Belebung der Gewinnentwicklung fĂŒr besonders schwierig.

Optimistischer Ă€ußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr EigenstĂ€ndigkeit und Eigenverantwortung bestĂ€rkt, was nicht nur RĂŒstungsinvestitionen, sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dĂŒrfte.

ZunÀchst besonders gelitten hatten am Montag europaweit Autowerte und Technologiewerte. Der Auto-Branchenindex war zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. Am Dienstag schloss er erneut im Minus. Mercedes DE0007100000 und VW DE0007664039 verloren jeweils mehr als 1 Prozent.

Die Papiere von Qiagen NL0015002CX3 schnellten zum Börsenschluss am Dienstag nach oben. Mit der Schlussauktion auf Xetra stiegen sie um 12,4 Prozent auf 44,11 Euro und waren damit im schwachen Dax der Tagessieger. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, prĂŒft der Labordienstleister und Diagnostikspezialist strategische Option, welche auch einen möglichen Verkauf beinhalteten.

Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 sanken um 3 Prozent. Der Dialysekonzern bekomme 2026 aus einigen Richtungen Gegenwind, schrieb Richard Felton von Goldman Sachs und strich seine Kaufempfehlung. Gleiches vollzog er bei Carl Zeiss Meditec DE0005313704, was die Aktien des Medizintechnikkonzerns im MDax um 5,5 Prozent fallen ließ. Felton rechnet mit einem mauen ersten Quartal. im Dax lagen Fresenius DE0005785604, die an FMC beteiligt sind, mit minus 4,6 Prozent auf dem letzten Platz.

Hypoport DE0005493365 rutschten im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 um 16,7 Prozent ab und somit zurĂŒck in Richtung November-Zwischentief. Beim Finanzdienstleister ist die Nachfrage nach Immobilienkrediten im vierten Quartal nach einem bis dahin starken Jahr leicht zurĂŒckgegangen./ajx/he

--- Von Achim JĂŒngling, dpa-AFX --

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